Verabredung zum Dreh
Den Film von den Fesseln seiner jeweiligen Konventionen zu befreien, das gehört zur Geschichte dieser Kunst im Zusammenspiel mit technischen Neuerungen. Die Schritte zum Tonfilm und wenig später zum Farbfilm waren bahnbrechend. Nicht weniger die Computerisierung von Special Effects und nachfolgend ganzer Aufnahme- und Bildbearbeitungsverfahren seit Ende der achtziger Jahre.
Hypertext war vor rund zehn Jahren das Zauberwort, mit dem die Literatur im Computer bzw.
Netz von der Eindimensionalität eines vom Anfang zum Ende gerichteten Lesens befreit werden sollte, und selbst gestandene Schriftsteller waren begeistert, sich durch vage konstruierte Geschichten in der schier unendlichen Kombination ihrer Einzelteile zu klicken. Für den Film, dessen bewegte Bilder damals noch nicht in ansprechender Qualität verarbeitet werden konnten, wurde im Internet nichts weniger als eine Revolution erhofft: der Zuschauer als Regisseur einer Geschichte, die er allmählich erst herstellt, indem er sie erfindet, oder zumindest eine Version, die ihm Sinn und Freude bedeutet.
Diese Revolution hat nicht stattgefunden. Zwar gab es eigens für das Netz entwickelte Multimedia-Projekte wie «Waxweb» (1994) des ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von Theater heute? Loggen Sie sich hier ein
- Alle Theater-heute-Artikel online lesen
- Zugang zur Theater-heute-App und zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von Theater heute
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Am Schluss raffen sich alle noch einmal auf für ein Tableau der allgemeinen Beglückung: Der kastrierte Hofmeister hat sein Landmädchen gefunden, die ausgeflogene Jungfer Gustchen kehrt, samt Kind, heim in den Schoß ihrer Adelsfamilie und an die Trauhand ihrer Jugendliebe Fritz von Berg. Man lächelt breit, ein Hauch von Seifenoper weht durch den Raum. Dann aber...
Wer alles liest, hat nichts begriffen, sagte er», spricht Thomas Holtzmann. «Der lesende Mensch ist wie der fleischfressende auf die widerwärtigste Weise gefräßig und verdirbt sich wie der fleischfressende den Magen und die gesamte Gesundheit, den Kopf und die ganze geistige Existenz», sagt Reger, formuliert Holtzmann. «Die höchste Lust haben wir ja an den...
Aalen scheint sich als Karrieresprungbrett für junge Intendantinnen zu etablieren. Simone Sterr, die im Team mit Ralf Siebelt und Winfried Tobias einfallsreich und mit Erfolg das kleinste und jüngste Stadttheater Deutschlands einem breiteren Publikum öffnete, wurde schon nach drei Jahren weg engagiert ans Landestheater Tübingen. Die Neue ist Katharina Kreuzhage,...
