Abschiede, Anfänge
Die britische Theaterlandschaft ist in Bewegung: In London dankt National-Theatre-Intendant Nicholas Hytner ab und übergibt das hohe Amt an Rufus Norris. In Manchester wird für 25 Millionen Pfund «Home», ein neues Haus für Theater, Film und Bildende Kunst eröffnet. Für diese großen Abschiede und Anfänge schreibt das britische Urgestein Tom Stoppard sein erstes Stück seit neun Jahren und bearbeiten Simon Stephens und Carol Ann Duffy europäisches Kulturgut. Derweil befragt Anders Lustgarten am Soho Theatre europäische Abgründe.
Nach über einem Jahrzehnt als Leiter des National Theatre hat Sir Nicholas Hytner sich zu seinem Abschied vom Top-Job ein Stück von Altmeister Sir Tom Stoppard schreiben lassen, «The Hard Problem». Hohe Erwartungen allerseits ans große Finale, wenn der Regisseur, der am National fantastische Erfolge gefeiert hat, und der 77-jährige Autor, der vielen Briten als ihr «greatest living playwright» gilt, noch einmal richtig loslegen. Die Vorstellungen waren Monate vor der Premiere ausverkauft.
Über der Bühne des grundrenovierten und aus Sponsorengründen von Cottesloe in Dorfman Theatre umbenannten Studios hängt ein großes Gewinde aus Leitungen und Lichtern. Es ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von Theater heute? Loggen Sie sich hier ein
- Alle Theater-heute-Artikel online lesen
- Zugang zur Theater-heute-App und zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von Theater heute
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Theater heute August/September 2015
Rubrik: Ausland, Seite 46
von Patricia Benecke
Unter Saddam Hussein war der Irak wunderschön», seufzt der Iraker Behnam Al-Agzeer beim Interview in der «Dezentrale» in Mülheim an der Ruhr, die vor drei Jahren noch eine Schlecker-Filiale war und nun die «Silent University» beherbergt.
Es gibt wohl kaum einen Satz, in dem sich der Abgrund zwischen westlicher und östlicher Perspektive klarer abbilden würde. Mit...
Das ist eine Geschichte, wie sie der, über den in ihr berichtet wird, selber erdacht haben könnte: Der Spitzel eines diktatorischen Regimes hockt jahrelang in seinem Observationskabuff und registriert jede Bewegung des ihm obskuren Objekts seiner Beobachtungsbegierde. Voller Pflichteifer bekommt er aber gar nicht mit, dass der angebliche Staatsfeind längst...
Um es klar zu sagen: Auch in Darmstadt sieht man nicht mehr Menschen als anderswo mit schäbigen Klamotten, deren Zittern ihre Getränke-Vorlieben verrät (eine Eigenschaft, von der der Datterich seinen Namen hat). Ich habe auch in Darmstadt noch nie gehört, dass jemand die einschlägigen Datterich-Sätze sagt: «Trinke Se, da komme Se uf annern Gedanke.» Oder, ganz...
