Zukunft im Gepäck

Nachdenken über den Bühnenbildner und universellen Künstler Horst Sagert

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Nur Näherungen kann es geben beim Nachdenken über Horst Sagert, Näherungen an einen Künstler, dessen Werk im Unaufschließbaren geblieben ist. Sagert wollte dem Geheimnis des Lebens, seines Lebens, auf den Grund kommen. Dafür stellte er Fragen, immer wieder Fragen. Auch und zuerst an sich selbst. Antworten gab er nicht. Er scheute keine Anstrengung, im faustischen Sinn Erkenntnis zu gewinnen, hinter die Dinge zu kommen.

Er lebte in einer eigenen Welt, und in seinen Bühnenbildern, seinem überwältigend vielgestaltigen bildkünstlerischen und dichterischen Werk blieb er stets auf der Suche, Lösungen verweigernd. Er machte es sich schwer, auch seinen Partnern galt er als sperrig, schwierig, verschlossen. Denn er verbat sich Flüchtigkeit, Eile, hatte keine Achtung vor Strukturen, nahm eher «triumphales Misslingen» in Kauf.

Niederlagen waren für ihn nicht Anlass zur Trauer, sondern unverzichtbare Erfahrung auf dem Weg zu tieferen Einsichten, sogar eine Quelle «schöner Gefühle», wie er mir in einem Gespräch Ende der neunziger Jahre des vergangenen Jahrhunderts sagte. Die hohen, möglicherweise unerfüllbaren Ansprüche, die er an sich selbst stellte, machten es ihm nur selten möglich, ...

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Theater heute Juli 2014
Rubrik: Nachruf, Seite 44
von Christoph Funke

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