Wien: Blinde Flecken
Mai 1945. Mit der Kapitulation Hitlerdeutschlands ist auch für den faschistischen kroatischen Ustascha-Staat der Krieg verloren. Um der Rache der Tito-Partisanen zu entgehen, flüchten die kroatischen Soldaten, begleitet von ihren Familien und anderen Zivilisten, nach Norden, bis über die slowenisch-österreichische Grenze, wo sie sich den britischen Besatzern ergeben wollen. Auf einem großen Feld vor der Kärntner Ortschaft Bleiburg ist für den riesigen Treck – 100.000 bis 200.
000 Menschen – Endstation: Die Briten denken nicht daran, die Nazi-Verbündeten aufzunehmen bzw. in Kriegsgefangenschaft zu nehmen und schicken sie zurück. Für Zehntausende bedeutet das den Tod, sie sterben während des mehr als 500 Kilometer langen Fußmarschs zurück nach Kroatien an Erschöpfung, oder sie werden liquidiert; genaue Opferzahlen gibt es nicht.
Zu den Überlebenden gehörte der damals 19 Jahre alte Großvater der Dramatikerin Ivna Zic. Die 1986 in Zagreb geborene, in der Schweiz aufgewachsene Autorin hat den inzwischen verstorbenen Großvater als fantastischen Geschichtenerzähler in Erinnerung; nur von Bleiburg hat er nie gesprochen. Dieser blinde Fleck in ihrer Familiengeschichte war der Ausgangspunkt ...
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Theater heute Juli 2017
Rubrik: Chronik, Seite 65
von Wolfgang Kralicek
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Ein beleibter Weißer setzt sich an den Rand der Szene, knackt eine Schokoladentafel, vertilgt sie wie...
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