Versager fliegen raus

In Zürich blickt das Schauspielhaus auf die Ausgegrenzten: Barbara Frey inszeniert Marieluise Fleißers «Fegefeuer in Ingolstadt» im Pfauen, Stefan Pucher platziert Arthur Millers «Tod eines Handlungsreisenden» im Schiffbau

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Sei’s die bayrische Provinz oder die amerikanische Vorstadt, ersticken kann man in beiden. Rigide Wertesysteme prägen diese Welten, und deren Anforderungen genügt eine ganze Reihe Menschen nicht. Sie werden zu Randständigen, zu Außenseitern. Der Bühne als Spiegel der Gesellschaft kommt das entgegen, denn der Blick aufs Ganze ist vom Rand aus bekanntlich klarer. Die beiden Produktionen, die am Zürcher Schauspielhaus den Saisonauftakt markieren, widmen sich der Gesellschaftsana­lyse von der Seite – mit einem Griff ins Bücherregal der klassischen Moderne des letzten Jahrhunderts.

 Barbara Frey holte sich in der Probenzeit für ihre Auftaktinszenierung Anschauungsmaterial im Zoo. Sie habe mit den Schauspielern Gorillas beobachtet, erzählte die Zürcher Intendantin kurz vor der Premiere. Und wie eine Horde (menschlicher) Tiere harren die Schauspieler zu Beginn denn auch ergeben dessen, was in Marieluise Fleißers «Fegefeuer in Ingolstadt» noch passieren wird. Gottfried Breitfuss ist als Berotter ein bereits sichtlich angeschlagener Rudelältester. Er zuckt hilflos mit den Beinen, sitzt zuoberst auf einer kleinen Plattform, die aus der Bühnen-Wand her­ausragt. Neben ihm wartet die Brut. Bald ...

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Theater heute November 2010
Rubrik: Aufführungen, Seite 33
von Ellinor Landmann

Vergriffen
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