Vaterschmerz
Die serbische Autorin Biljana Srbljanovic wurde im Januar 2010 ans Wiener Burgtheater eingeladen, um dort in der Reihe «Kakanien – Neue Republik der Dichter» eine Rede über neue Identitäten auf dem Gebiet der alten Donaumonarchie zu halten. Es ist eine beeindruckend persönliche Rede geworden, in der sie über den Tod ihres Vaters spricht. Dessen Biografie durch alle politischen Veränderungen hindurch wird ihr zum exemplarischen Psychogramm eines serbischen «Everyman», wie sie den Vater nennt.
Zugleich ist und war eben diese Biografie zeitlebens Ausgangspunkt einer komplizierten, immer Kampf und Auseinandersetzung suchenden Vater-Tochter-Beziehung. Berührend und mit großem Humor, gepaart mit dem ihr eigenen streitbaren Furor schlägt Biljana Srbljanovic in dieser Wiener Rede den Bogen vom kranken Vater zum mühsamen Versuch eines angeschlagenen Volkes, innerhalb der europäischen Volksgemeinschaft zu gesunden. Immer verbunden mit ihrer eigenen Suche nach der passenden Identität zwischen Belgrad, Paris und Baku in Aserbaidschan, wo die Dramatikerin inzwischen ein temporäres Leben als Diplomatengattin führt.
Zu Beginn ihrer Rede beschreibt sie, wie sie den Vater, diesen Baum von einem ...
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Theater heute Jahrbuch 2011
Rubrik: Die neuen Stücke, Seite 169
von Thomas Laue
Immer wieder wird an einen Intendanten, so jedenfalls meine Erfahrung, der Wunsch herangetragen, etwas zu produzieren, wo man «so richtig doof ablachen» kann. Man fragt sich: Wo kommt dieser Wunsch her? Die Menschen, die es sich wünschen, über etwas «richtig doof abzulachen», könnten sich diesen Wunsch ja leicht erfüllen, indem sie in den Spiegel gucken....
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Das einzig Ungewöhnliche an dem ganz und gar gewöhnlichen Mehrfamilienhaus in der Bochumer Wilhelm-Stumpf-Straße ist, dass auf dem Klingelbrett drei Mal der Name Beckmann steht. Maja Beckmann wohnt hier, Ensemblemitglied des Bochumer Schauspielhauses gleich um die Ecke. Ebenso ihr jüngerer Bruder Till Beckmann, der Ruhrgebietsliteraturwettbewerbe veranstaltet, im...
