Trauma und Boulevard

Savyon Liebrecht: «Sieh mich an und sprich» (OT der Übersetzung aus dem Hebräischen: «Chinesisch spreche ich zu dir»)

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The history of my family started with my birth», sagt Savyon Liebrecht, «ich weiß nicht, wer meine Großeltern, meine Onkel, meine Tanten waren, meine Eltern haben nie ein Wort darüber verloren.» Zürich, Café Odeon. Wir sitzen an der Bar. Gut hundert Meter weiter schimmert der See, knapp hundert Jahre früher tranken Lenin, die Dadaisten und die künftige Crème de la Crème des 20. Jahrhunderts hier ihren Cafe Crème.

Savyon Liebrecht ist Ende 50, eine der erfolgreichen Autorinnen der «zweiten» Generation Israels, ihre Erzählungen sind in viele Sprachen übersetzt und kreisen immer wieder um das Thema der Sprachlosigkeit der Eltern-Generation, die den Holocaust überlebt und in Israel eine neue Heimat gefunden hat. Sie spricht ein perfektes, entschiedenes und doch weiches Englisch, und während sie den nächsten Cafe Crème bestellt, verwandelt sich der Kellner für wenige Augenblicke in das, was er vielleicht einmal vor langer Zeit gewesen ist: ein charmanter junger Mann. Später sagt Savyon Liebrecht: «Meine Kinder sind beide erwachsen, mein Mann und ich getrennt, jetzt lebe ich alleine, es ist gut fürs Schreiben.»
In einer ihrer stärksten Erzählungen mit dem Titel «Kahlschlag» steht eine ...

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Theater heute Jahrbuch 2006
Rubrik: Neue Regeln, Seite 155
von Armin Kerber

Vergriffen
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