Tobi Müller «Sei nicht Du selbst!» oder Warum Woodstock in Dieter Bohlen steckt

Rede zur Eröffnung der Autorentheatertage im Deutschen Theater Berlin

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How does it feel, when life doesn’t seem real»: Wie fühlst du dich, wenn das Leben nicht echt scheint? Das singt Graham Nash 1971, zwei Jahre nach Woodstock und ein Jahr nach der ersten Auflösung der Folk-Supergruppe Crosby, Stills, Nash and Young. Nash, einziger Europäer des Quartetts, weiß, was gegen Gefühle der Entfremdung zu tun ist. Wie man sich schützt vor Computern, die wir extra programmiert haben, damit wir blind bleiben – «built a computer and programmed ourselves not to see». Der Schlüssel zum Paradies erscheint im Refrain: «Be Yourself» – Sei Du selbst.

So heißt der Song, zu finden auf dem ersten Soloalbum von Graham Nash, «Songs for Beginners», ein Titel von zarter Unschuld. Die Hülle zeigt den Hippiesänger im Garten, etwas verschwommen, der tiefgründige Blick ist aber gerade noch zu erkenen. Das Bild will sagen: Ein Mann ohne Rockstar-Allüren, ganz natürlich, ernsthaft. Nash hat zu diesem Zeitpunkt bereits eine beachtliche Karriere im Showgeschäft hinter sich: zuerst mit der Gruppe The Hollies, die Teil der British Invasion war, dann mit den politisierten Folkrockern in Kalifornien. Doch im Garten des Landhauses ist der Solosänger Nash ganz himself.

Be Yourself – ein ...

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Theater heute Juni 2012
Rubrik: Neue Stücke, Seite 46
von Tobi Müller

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