Christoph Franken, Daniel Hoevels, Judith Hofmann; Foto: Arno Declair
Thomas Melle: Versetzung
Personen
Ronald (Roland) Rupp
Kathleen Rupp
Schütz
Inga Römmelt
Falckenstein
Sarah
Leon
Manu (Claire) Cordsen, Mutter von Sarah
Lars Mollenhauer, Vater von Leon
1
Ronald Okay.
Haben sich alle beruhigt?
Ja?
Pause.
Dann reden wir jetzt darüber. Wir reden jetzt darüber, wieso man solche Wörter nicht gebrauchen sollte. Wahrscheinlich wisst ihr es eh. Oder etwas in euch weiß es. Euer Instinkt.
Euer Moralempfinden. Euer Bauchgefühl. Tief innen wisst ihr es eh. Aber es ist besser, darüber einen Diskurs, ein Gespräch zu führen. Mit Worten, mit Gedanken, im Austausch, um dann eine Übereinkunft, einen Konsens zu erreichen, der die Regeln, die Normen unseres Zusammenlebens vielleicht verbessert, vielleicht nur neu bestärkt, in jedem Falle aber bewusst macht.
Bewusst macht, darum geht es. So dass jede und jeder diese Normen unterschreiben kann, weil sie oder er einsieht, warum es vernünftig und menschlich ist, sich nach ihnen zu richten.
Also. «Missgeburt». «Hurensohn». «Hässlon».
Was besagen diese Wörter? Und vor allem: Was bewirken sie?
Sarah? Klar. Ja. Genau. Unbedingt. Danke.
Doch was bewirkt diese Herabsetzung?
Ja, Paul? Natürlich! Und zwar auf Dauer! Danke!
Ja, Leon! Ach, ich dachte, du ...
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Theater heute Januar 2018
Rubrik: Stückabdruck, Seite 99
von Thomas Melle
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