Theaterarchitektur als gebaute Ideologie
Ein Wunder», ein «Prunkstück», ein «herrliche(s), unvergleiche(s) Haus», ja, ein «Traumhaus» – so überschwänglich beschrieb der nach Bayreuth entsandte Berichterstatter der «FAZ» im April das gerade wiedereröffnete Markgräfliche Opernhaus in Bayreuth, das 2012 den «Weltkulturerbestatus» der Unesco erhalten hat und von 2013 an vom Land Bayern für 30 Millionen aufwändig saniert wurde.
1748 von Giuseppe Galli da Bibiena (sowie von Carlo Galli da Bibiena und Joseph Saint-Pierre) für Wilhelmine, die Tochter des Königs, gebaut, die es fortan als Intendantin bis zu ihrem frühen Tod 1758 leitete, ist es heute das «größte erhaltene Opernhaus dieser Art», war Filmdrehort für den Film über den Kastraten Farinelli und nun Ort einer Selbstinszenierung des bayerischen Ministerpräsidenten Markus Söder. Zur Wiedereröffnung des Hauses lud er Herzog Franz von Bayern sowie Prinz Georg Friedrich von Preußen nebst Gattin Prinzessin Sophie ein.
Die Renovierung des markgräflichen Theaters und seine bejubelte Wiedereröffnung durch den bayerischen Ministerpräsidenten, der sich dabei durch seine Einladungspolitik in die Tradition der Erbmonarchie setzt, kann mit gutem Grund als emblematisch bezeichnet ...
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Theater heute Dezember 2018
Rubrik: Theater und Architektur, Seite 44
von Nikolaus Müller-Schöll
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