Spurlos
Anne Nather ist eine junge Autorin, die keine Angst vor Geschichten hat. Menschen finden sich in plötzlich veränderten Situationen wieder und begegnen sich und ihrer Umwelt unter neuen Vorzeichen. Meist ragen Krankheit, Unfälle oder Tod in ihre Texte hinein, die zu dem Versuch zwingen, sich dem Leben in all seinen Widrigkeiten zu stellen.
«Das Weiß an den Rändern der Nacht», ein Auftragswerk der Theater Chemnitz, stellt zwei sehr unterschiedliche Brüder in den Mittelpunkt – David und Aaron, die, konfrontiert mit dem Tod ihres jüngsten Bruders, ihr Zentrum verlieren.
Unüberbrückbare Differenzen stehen zwischen ihnen: Während Aaron sich früh von zu Hause abgenabelt hat, verheiratet ist und bald zum ersten Mal Vater wird, hat David sich eine Zukunft verwehrt, hat nach Abitur und Zivildienst die Entscheidung getroffen, bei seinem todkranken Bruder Matti und den Eltern zu Hause zu bleiben.
Der Verlust des Bruders führt Aaron und David zueinander, doch erste Annäherungsversuche scheitern. Um dem Gefühl der inneren Leere sowie dem Druck, diese Leere mit etwas füllen zu müssen, aus dem Weg zu gehen, stürzt David sich in eine heimliche Liebesbeziehung zu Toni, einer jungen Pflegerin, die ...
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Theater heute Jahrbuch 2012
Rubrik: Die neuen Stücke der Spielzeit, Seite 161
von Esther Holland-Merten
Jacqueline Bolton Was für eine Herausforderung war es, mit Schauspielern aus unterschiedlichen Theaterkulturen zu arbeiten?
Sebastian Nübling Zum ersten: die Sprache. Wir haben auf Englisch probiert; für mich und für drei oder vier der Schauspieler eine Sprache, die wir durch Popmusik, Filme, Fernsehserien und, vor vielen Jahren, in der Schule gelernt haben. Da wir...
Schauspiel ist die Kunst des Moments, es soll hier und jetzt entstehen. Auch wenn eine Vorstellung schon 50 Mal gespielt wurde, soll es für das Publikum das erste Mal sein, dass der Schauspieler den Text spricht. Deswegen sage ich oft zu den Schauspielern: Spielt durch die Form hindurch, die Form soll dich nicht hemmen. Die Rückseite der Form soll klar, das Denken...
Wir sind alle Künstler, wir haben es nur noch nicht alle bemerkt. Und wir sind es nicht mehr freiwillig, wir müssen es sein. Kreativität ist längst eine Leitforderung unserer Gesellschaft: kein Unternehmen, kein Selbstunternehmer, kein Produkt, das nicht in permanenter Innovation, Abweichung, Verbesserung sein Heil sucht. Aber was bedeutet das für das Vor- und...
