Spiel, Satz, Sieg

Peter Handke «Das Spiel vom Fragen»

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Wie viel Handke passt in 100 Minuten Theater? Reichlich. Auch wenn Michael Simons Version des «Spiels vom Fragen» nur etwa ein Drittel der Zeit beansprucht, die sich Claus Peymanns Uraufführung 1990 nahm, erhalten Simon und Dramaturg Tilmann Neufer das Wesentliche. Denn sie nehmen den Titel angenehm wörtlich und entwickeln aus dem als überfrachtet, verstiegen und allzu sprachverliebt geltenden Stückmassiv ein abwechslungsreiches, anregendes, oft amüsantes Spiel.

Ihre Vorgehensweise: eindampfen, aber maßstabsgetreu.

So bleibt erstens Handkes symmetrische Personalaufstellung erhalten: Da sind der daueroptimistische Mauerschauer (Timo Tank) und der miesepetrige Spielverderber (Sebastian Kreutz), die junge Schauspielerin (Annika Martens) und der sie umwerbende junge Schauspieler (Andre Wagner), das alte Paar nach langem gemeinsamem Leben (das sich dabei so ähnlich geworden ist, dass es hier von Teresa Trauth in Personalunion dargestellt werden kann) und der weltfremde Tor Parzival (Ursula Grossenbacher), dem die freie Rede – und somit gemäß Handke der freie Blick auf die Welt – durch Phrasenschrott im Hirn versperrt ist, wovon ihn der urwüchsig unverstellte Einheimische (Wolfgang ...

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Theater heute Dezember 2008
Rubrik: Chronik, Seite 51
von Andreas Jüttner

Vergriffen
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