Spaziergang auf dem Boulevard

Theater am Goetheplatz: Labiche «Die Affaire Rue de Lourcine»

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«Wir haben vielleicht irgendwelche Gräueltaten begangen!», sorgt sich Mistingue (Matthieu Svetchine). Nicht ganz unberechtigt, wenn man unter einem alkoholbedingten Filmriss leidet, neben einem unbekannten, dafür extrem unsympathischen Oberspießer namens Lenglumé (Johannes Kühn) aufwacht und zudem immer mehr Indizien dafür sprechen, dass man am Vorabend eine junge Frau umgebracht hat.

Svetchines Mistingue sieht sich der Situation nicht gewachsen, dämmert noch mal weg und ertränkt seine Sorgen dann in Lenglumés reichlichem Alkoholvorrat – etwaige Zeugen lassen sich ja auch noch später um die Ecke bringen.

Felix Rothenhäusler hat Eugène Labiches Komödienklassiker «Die Affaire Rue de Lourcine» am Theater Bremen inszeniert. Der Bremer Hausregisseur versucht dabei nicht, auf Teufel komm raus Lacher zu provozieren, auch wenn die Inszenierung erstens an den derben Humor von Hollywood-Komödien wie «Hangover» gemahnt und zweitens ganz gut zum Bremer Spielzeitmotto «Banditen» passt (selbst wenn hier genau genommen nichts geraubt, sondern nur ein Verbrechen vertuscht wird, ein Verbrechen, bei dem sogar die Verbrecher nur dumpf ahnen, was eigentlich passiert ist).

Die Inszenierung belässt ihre ...

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Theater heute Februar 2013
Rubrik: Chronik: Bremen, Seite 56
von Falk Schreiber

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