Somewhere under the Rainbow
Begin the Beguine» ist kein neues Stück. John Cassavetes’ letzte Fassung stammt aus dem Herbst 1987. Knapp eineinhalb Jahre später starb der konsequente Künstler und Erneuerer des amerikanischen Kinos. Diesen Dreiakter hatte er Ben Gazzara und Peter Falk auf den Leib geschrieben, beide Lebensschauspieler für Cassavetes. Es kam zu
gemeinsamen Lesungen, Proben, die teils akustisch aufgezeichnet wurden; eine Aufführung oder Filmadaption ließ sich angesichts seiner schwindenden Gesundheit nicht mehr realisieren. Inzwischen sind auch Gazzara und Falk tot.
Das Stück jedoch ist höchst lebendig. Es kommt direkt aus dem Dämmerlicht gesellschaftlicher Randbereiche und verschwimmender moralischer Kategorien, in dem die Antihelden des John Cassavetes gern mal verschwinden. Ein Impuls für ihn, überhaupt Filme zu drehen, war ja die Unfreiheit, die ihn als Darsteller – im Gegensatz zur Theaterarbeit – in konventionellen Filmproduktionen massiv einschränkte. Cassavetes begann also, vereinfacht gesagt, mit der Übertragung theatraler Prozesse und Elemente auf den Film. Selbst sein persönlicher Favorit «A Woman Under the Influence» war ursprünglich als Bühnenstück geplant gewesen, aber Cassavetes’ ...
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Theater heute Jahrbuch 2013
Rubrik: Neue Stücke der neuen Spielzeit, Seite 166
von Florian Hirsch
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