So much Geschlechtertrouble!
In einer der nettesten Szenen des Films sind der Held und die Heldin aufs Land geflohen, versuchen dort im milchigen Gegenlicht Sex zu haben – und taumeln dabei von Leidenschaftsanfall zu Lachattacke. Wer spielt den Mann und wer die Frau? Das schöne Pärchen konkurriert nicht nur erbittert um große Bühnenrollen, sondern begehrt auch zwischen weißen Cottage-Laken dasselbe Geschlecht: Der Londoner Theaterstar Kynaston (Billy Cudrup), der hier von seiner strahlenden Garderobiere Maria (Claire Danes) verführt wird, ist professionell eine Dame und eigentlich schwul.
Gendertrouble in Shakespeare-Land, das ist, auf Shakespeares Komödien bezogen, ein alter Hut. Dass die Frauenrollen im elisabethanischen Theater von Männern gespielt wurden, doppelte reizvoll die Bühnenstoff-Verhältnisse. Richard Eyres Historienschinken «Stage Beauty» setzt dort ein, wo in den Londoner Globes das Männermonopol fällt. Jetzt wittert die unerfahrene Maria ihre große Chance – und die erfolgsverwöhnte Diva Kynaston eine Katastrophe. Persönlich, aber auch ästhetisch: «Das ist keine Kunst, wenn Frauen Frauen spielen!»
Wie es der kleinen Garderobiere gelingt, den großen Desdemona-Darsteller zu ihrem Lehrer und ...
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Was gibt es Schöneres, als am Vorabend der neuen Saison in den Spielplanheften zu blättern und all die aufwühlenden, inhaltsreifen, gedankenschweren Sätze auf sich wirken zu lassen? So ein Spielplan aus Shakespeare und Schiller, Goethe und Kleist, Horváth und Büchner, Gegenwartsdramatik und Deutscher Erstaufführung will ja nicht nur vor Ensemble und Publikum...
Am spannendsten ist das Theater, wenn Text und Bild nicht zusammen zu passen scheinen. Was, zum Beispiel, hat es zu bedeuten, wenn in einer durch und durch sauberen Stadt wie Salzburg an jeder Ecke Plakate kleben, auf denen «Wir, die Barbaren» geschrieben steht? Noch verwirrender wird’s, wenn man das Kleingedruckte liest: Die Plakate werben für das...
Thomas Irmer Gerade erscheint «Amerika» als zweiter Teil einer Kafka-Trilogie mit Philipp Hochmair, dessen «Werther!» (nach Nicolas Stemanns Bühnenversion) vor zwei Jahren die Gründungs-CD beim Label «herzrasen» war. Herzrasen – der Name wirkt etwas irritierend für einen Audio-Verlag. Stehen Sie nicht mit den Monologen nach Kafkas Romanen, die Sie zusammen mit...
