Barbaren in Zivil
Am spannendsten ist das Theater, wenn Text und Bild nicht zusammen zu passen scheinen. Was, zum Beispiel, hat es zu bedeuten, wenn in einer durch und durch sauberen Stadt wie Salzburg an jeder Ecke Plakate kleben, auf denen «Wir, die Barbaren» geschrieben steht? Noch verwirrender wird’s, wenn man das Kleingedruckte liest: Die Plakate werben für das Schauspielprogramm der Salzburger Festspiele.
Wer ist mit «wir» gemeint? Die wilden Schauspieler und Regisseure, die im Sommer in die Stadt einfallen? Die mörderischen Figuren, die sie auf der Bühne darstellen? Oder etwa doch wir Zuschauer? Wer sind die Barbaren?
Der nach dem vorzeitigen Abgang von Jürgen Flimm für zwei Jahre zum Schauspiel-Leiter der Salzburger Festspiele berufene Martin Kusej ist an die Programmierung des Festivals wie an eine seiner Inszenierungen herangegangen: mit Konzept. Er stellte nicht nur das vermutlich umfangreichste Schauspielprogramm der Festspielgeschichte zusammen – nicht weniger als neunzehn verschiedene Veranstaltungen standen auf dem Spielplan –, die einzelnen Aufführungen sollten auch im Zusammenhang Sinn ergeben. Als gemeinsamen Nenner hat Kusej sein Programm deshalb mit dem Motto «Wir, die Barbaren – ...
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Der Rhythmus stimmt in diesem Film. Der Sound auch und die Richtung sowieso: Existenzfragen und sozialer wie mentaler Überlebenskampf sind nun mal die Themen dieser Tage (keine Ironie!). Was Gorkis naturalistisches «Nachtasyl» natürlich nicht zum Nachbarschaftsdrama macht, und der Filmregisseur und Drehbuchautor Hardi Sturm, der den Stoff in deutsch-französischer...
Clifford Odets taucht in Schauspielführern nur als Fußnote auf, und sein größter persönlicher Erfolg war wahrscheinlich, dass er vom Femegericht McCarthys frei gesprochen wurde, obwohl er vor dem Zweiten Weltkrieg eindeutig Sympathisant der amerikanischen Kommunistischen Partei gewesen war. Zu dieser Zeit hatte er in New York eine Off-Bühne namens «Group Theatre»...
Fritz hat Christine an die Wand gedrückt. Rums. Keuchend küsst er sie hysterisch ab, klebt sich an ihren Körper, der wie leblos alles über sich ergehen lässt. Wild wirft er ihre Arme nach oben über ihren Kopf, doch statt in rasende Verzückung zu verfallen, lässt sie ihre Arme teilnahmslos und schlaff einfach wieder an ihrem Körper nach unten sinken. Fast schon...
