Schuld und Sühne
Orhan Pamuk war nicht da. Dabei hätte ihm das meiste von dem, was es hier zu bestaunen gab, sicher gefallen: diese nützlichen und weniger nützlichen objets trouvés, die Liebesgeschichten, die sich aus den Gegenständen herausschälten, der Nippeskram – er hätte all das sehr gut gebrauchen können für sein Istanbuler «Museum der Unschuld». Wobei das mit der Unschuld so eine Sache ist. Genau darum nämlich geht es nicht in «All the good» von Jan Lauwers, das dieser gemeinsam mit seiner Needcompany in die Maschinenhalle Zweckel hineinmontierte.
Es geht vielmehr um die existenzielle Frage, wie Schuld aus einer privilegierten Perspektive heraus entsteht. Und was die Kunst dazu zu sagen hat: politisch, ästhetisch. Und irgendwie auch postdramatisch-immersiv.
Lauwers’ Position (sie findet sich im Programmheft) ist eindeutig zweideutig: «Es ist eine Katastrophe, wenn Politik das Ziel von Kunst wird. Für mich muss Kunst eine dialektische Beziehung zur Kultur, zur Welt haben, in der sie produziert wird.» Kunst, wie es uns Großpapa Hegel ins Stammbuch schrieb, als «Darstellung der Welt». Aber eben mit anderen Mitteln. Diese Kunst kommt, kosmopolitisch und vielsprachig, durch die Hintertür des ...
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Theater heute Oktober 2019
Rubrik: Festivals, Seite 6
von Jürgen Otten
Aalen, Theater der Stadt
13. Hippe, Bam! Ich bin glücklich!
R. Winfried Tobias
19. Garofalo, Warte nicht auf den Marlboro Man
R. Jonathan Giele
Altenburg Gera, THeater
11. Idle und Du Prez, Monty Python’s Spamalot
R. Manuel Kressin
Annaberg, Eduard-von-Winterstein-Theater
6. Sayer, Shields und Lewis, Wird schon schiefgehen
R. Matthias Nagatis
Augsburg, Theater
3. Berg,...
Der menschengemachte Klimawandel ist die alles überwölbende Herausforderung der Gegenwart. Die immer dichter getakteten Nachrichten vom tauenden Permafrost, von Waldbränden, Artensterben und Korallenbleiche, von Dürren, Überschwemmungen und Tropenstürmen bestätigen die Prognosen der Wissenschaft, übertreffen sie in ihrer Geschwindigkeit sogar (dass wir hierzulande...
Beim Chemnitzer Wettbewerb für Nachwuchsdramatik machte in diesem Jahr eine Geschichte um Liebe mit Aliens das Rennen. «Rauschen. Oder: Wenn du nicht existierst, geh mir bitte aus dem Licht. Danke», so der komplette Titel, den Natalie Baudy sich für ihren Text ausgesucht hat und der über weite Strecken eher an eine Kurzgeschichte erinnert.
Im Mittelpunkt stehen...
