Schöne Augen und politische Tiere
Sköne Oke» radebrecht der unheimliche italienische Händler, als er Brillen verkaufen will. Schöne Augen macht auch Robert Wilson dem Publikum in seiner Version von E.T.A. Hoffmanns Gruselgeschichte vom armen Nathanael.
Die Mutter erzählt ihm das Ammenmärchen vom bösen Sandmann, der den Kindern die Augen stiehlt, wenn sie nicht schlafen wollen. Der Vater stirbt bei einer alchemistischen Explosion, und das traumatisierte Kind identifiziert den bösen Alchemistenonkel mit dem augenstehlenden Sandmann.
Als Student verliebt er sich in ein etwas steifes Mädchen mit starrem Blick und merkt nicht, dass es eine mechanische Puppe ist. Die Entdeckung seines Irrtums macht ihn wahnsinnig, schließlich stürzt er sich vom Rathausturm.
Wilson hat in E.T.A. Hoffmanns «Der Sandmann» einen Stoff gefunden, wie er besser zu seinem Stil nicht passen könnte. Mechanik, schwarze Romantik, das Denken in Bildern – alles bekannte Motive in seinen Werken. Augen – gläserne, geraubte, blutige, geworfene, seelenlose – sind das Leitmotiv der Erzählung. Ideal für den mit den Augen denkenden Bilderfinder Wilson. Schön wie die künstlichen Augen des Händlers ist in seiner Bühnenversion das Grauen.
Die Inszenierung ...
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Theater heute Juli 2017
Rubrik: Aufführungen, Seite 24
von Gerhard Preußer
Mai 1945. Mit der Kapitulation Hitlerdeutschlands ist auch für den faschistischen kroatischen Ustascha-Staat der Krieg verloren. Um der Rache der Tito-Partisanen zu entgehen, flüchten die kroatischen Soldaten, begleitet von ihren Familien und anderen Zivilisten, nach Norden, bis über die slowenisch-österreichische Grenze, wo sie sich den britischen Besatzern...
Premieren im Juli 2017
Augsburg, Theater
6. Jacoby und Laufs, Pension Schöller
R. Maria Viktoria Linke
Bamberg,
E.T.A.-Hoffmann-Theater
1. Goldoni, Der Diener zweier Herren
R. Susi Weber (Alte Hofhaltung)
Berlin,
Maxim Gorki Theater
6. Sahebi & Wenzel, paradies3000,
Mythen der Wirklichkeit #3 (U)
R. Sahba Sahebi und Olivia Wenzel
Berlin, Schlosspark Theater
26. Tschechow,...
Das Andere, das Fremde – natürlich: Sie. Jana Schulz ist Alboury, Bernard-Marie Koltès’ «Schwarzer». Sie dominiert, aufgeladen mit allem Möglichen des Unmöglichen, Offenen, Rätselhaften, aus dem Hintergrund die Szene. Wenn sie hervorkommt aus dem Dunkel des kahlen Gestrüpps aus Schläuchen und Kabeln, die Schlingpflanzen gleichen, und unters Licht der acht...
