Santa Lucia!
In Zürich tobt gerade ein Kulturkampf. Im ehrwürdigen Zürcher Schauspielhaus, dem sogenannten Pfauen, wo einst Leopold Lindtberg regierte, Maria Becker brillierte, zahlreiche ehemalige Burgintendanten ihre letzte Direktorenruhe fanden, wo Christoph Marthaler vertrieben wurde und Matthias Hartmann schöne Abende am See verbrachte, in diesen Tempel der Kunst soll ein McDonald’s einziehen.
Noch lädt im Restaurant–bereich unten rechts nur das «Santa Lucia», ein auf Stil bedachter Italiener zu Pizza und Carpaccio, aber schon bald droht eine «Fast-food-Filiale» auf der anderen Seite des Haupteingangs. Sogar zweistöckig! Unterschriftenlisten liegen aus, die Fronten verhärten sich. Der Pfauen stehe doch für «kulturelles Erleben, für Verweilen, für gemeinsame Denkräume». Nun sind Fastfood-Ketten sicher nicht zum längeren Verweilen gedacht, das widerspräche der Natur ihrer Sache. Doch einem Big Mac das kulturelle Erlebnis abzusprechen, ist vielleicht auch ein bisschen streng. Und wer kann das gemeinsame Denken verhindern, weil Pommes mit Majo serviert werden? Aber egal – es geht um Wichtigeres: Plastikbecher gegen edle Kelche. Cola gegen Wein. Das Schweizer Abendland wird sich entscheiden ...
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Theater heute April 2013
Rubrik: Aufführungen, Seite 4
von Franz Wille
Gerald Siegmund Der Begriff der Freien Szene wurde in Deutschland mit Verspätung in den 1980er Jahren geprägt, wo er verbunden war mit einem bestimmten soziokulturellen Milieu, für das freies Theater in Abgrenzung zum institutionellen Stadt- und Staatstheater stand. Die Abgrenzung erfolgte in Bezug auf Themen, Ästhetiken, Spielweisen und verstärkt seit den 1990er...
Kevin Rittberger schreibt dem Schauspiel Frankfurt, dem Festival «Frankfurter Positionen», drei Schauspielern und vor allem Samuel Weiss als Regisseur ein Stück. Es dauert anderthalb Stunden. Hinterher schauen sich alle an: Was war denn jetzt das? Diskutieren dann aber doch sehr angeregt und fühlen sich offenbar bestens unterhalten.
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