Requiem auf eine Schlacht
Es verspricht kein besonders lustiger Abend zu werden. Bereits im Durchgang zur Hinterbühne werden die durch Fackeln illuminierten Besucher mit Geschrei und Gewimmer aus Lautsprechern begrüßt. Am Wegesrand backen Frauen Teigfladen, und das Ensemble wird mit Grabsteinen vorgestellt, zwischen denen aber auch die Namen toter Frauen von sozialen Protesten weltweit zu finden sind.
Auf der Hinterbühne ist der eiserne Vorhang mit Plastikfolien verhangen, auf die der Stücktext in drei Sprachen aufgebracht ist, was dezent auf das Besondere dieser Inszenierung von «Die Frauen von Troja» am Theater Altenburg-Gera hinweist.
Denn Regisseur und Schauspieldirektor Bernhard Stengele hat nicht nur eine modern daherkommende Übersetzung durch den Antikenexperten Ulrich Sinn anfertigen lassen, sondern mit dem Euripides-Abend auch eine internationale Koproduktion aus der Taufe gehoben. Unterstützt durch die Kulturstiftung des Bundes kommen auf der thüringischen Bühne Schauspielerinnen und Schauspieler aus der Türkei, Griechenland, Burkina Faso und Deutschland zusammen, um gemeinsam das Elend des Krieges zu beklagen: «Grausam ist der Krieg! Grausam sind seine Folgen!» Das ist das immer wiederkehrende ...
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Theater heute August-September 2014
Rubrik: Chronik: Altenburg/Gera, Seite 63
von Torben Ibs
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Was ist das deutsche Stadttheater? Darauf gibt es bekanntlich viele Antworten, aber die funktionalistische geht so: Ein hocheffizienter, hocharbeitsteiliger Betrieb mit oft mehreren hundert Mitarbeitern, der es einem vergleichsweise kleinen künstlerischen Kernteam ermöglicht, jedes Jahr bis zu zwei Dutzend literarische Vorlagen in repertoirefähige Theaterabende zu...
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