Rassismus in der Paartherapie
Eine Sextherapie gegen Rassismus: «Slave Play» wirkt auf den ersten Blick ziemlich abgedreht. Doch vielleicht zeichnen sich gute Ideen genau dadurch aus, dass sie anfangs befremden und am Ende den Eindruck hinterlassen, dass sie eigentlich ziemlich naheliegend waren. In dem Stück des dreißigjährigen Autors Jeremy O. Harris, das Anfang Oktober am Broadway Premiere feierte, geht es um drei Paare in Beziehungskrisen. Es bestehen zwischen ihnen nicht viele Gemeinsamkeiten, abgesehen davon, dass jeweils einer der Partner schwarz und einer weiß ist.
Dass ihre Beziehungsprobleme etwas mit ihrer Hautfarbe zu tun haben sollen, wie die zwei esoterisch angehauchten Therapeutinnen behaupten, leuchtet den meisten von ihnen nicht ein. Im Verlauf des Abends steht uns Zuschauern aber genau das zunehmend deutlich vor Augen.
Zurück in die Sklavenhaltung
Am vierten Tag der einwöchigen Paartherapie steht ein Rollenspiel auf dem Programm, das unmittelbar vor Ausbruch des amerikanischen Bürgerkriegs angesiedelt ist. Sie sollen in die Rollen von versklavten Menschen und Sklavenhaltern schlüpfen und unter diesen historischen Vorzeichen ihre sexuellen Fantasien ausleben. «Antebellum Sexual ...
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Theater heute Januar 2020
Rubrik: International, Seite 40
von Birthe Mühlhoff
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An zwei Stellen unterbricht plötzlich ein Formular der Armee den Text. Beim ersten Mal ist es ein Dokument der Gegenstände (Bett, kugelsichere Weste, Feldgeschirr etc.), die einer Soldatin zur Einberufung ausgehändigt werden. Beim zweiten Mal der Untersuchungsbericht eines Militärgerichts: Bei einer nächtlichen Überfallsübung hat eine Soldatin sich...
47000 Tote im Jahr 2017, das ist, als würde eine mittelgroße Stadt aussterben. So manifestiert sich derzeit die so genannte Opioidkrise in den USA. Eine Verbesserung ist nicht in Sicht. Die Zahl der Suchterkrankungen und -toten ist dort seit Beginn des Jahrtausends dramatisch angestiegen. Die amerikanische Drug Enforcement Administration spricht von einem...
