Ohne Rücksicht auf eigene Verluste
Wir hatten ja auch gute Jahre», sagt in Ralf Rothmanns Roman «Milch und Kohle» die Mutter der Hauptfigur Simon. Die Beckmann-Geschwister, die zu viert bzw. zu fünft eingerechnet den Sohn von Maja selbst eine schöne Rothmann-Collage entwickelten und damit vor allem rundum im Revier gastierten, hatten und haben, nehme ich an, viele gute Jahre miteinander.
Lina Beckmann ist zuerst und zuletzt und unbedingt sie selbst. Aber es gibt daneben Unterströmungen und halb verborgen liegende Einflüsse, die eine Persönlichkeit bilden und mitformen.
Wer, wie ich, das Vergnügen hatte, im noch gemeinsam bewohnten Haus der Geschwister Beckmann, damals in Bochum und in Sichtweite schräg gegenüber vom Schauspielhaus, zu Besuch zu sein, wo drei von ihnen in neben- und übereinander liegenden Wohnungen lebten, Lina, Maja und Till, während Bruder Nils sich nicht allzu weit in Bochum-Langendreer abgenabelt hatte, bekommt dafür ein Gespür. (Das Einzelkind neidet auch ein bisschen.)
Bochum passt zu Lina Beckmann, die robust wirkt, aber aus feinem Stoff modelliert ist. Auch der Geburtsort Hagen hat das richtige Aroma. Oder Wanne-Eickel, dort, wo man nicht den Garten Eden vermutet, wuchsen die fünf ...
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Theater heute Jahrbuch 2015
Rubrik: Die Spieler des Jahres, Seite 114
von Andreas Wilink
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