Neue Stücke II
«In einer vom Krieg zerstörten Stadt», «ein terroristischer Akt präzendenzlosen Ausmaßes», «alles ist zerstört, die Menschen weggezogen, die Gegend verwaist» – in solch unerfreulichen Situationen entwerfen junge Theatermacher*innen und -autor*innen gerne ihre Stücke. Am Schauspiel Hannover lässt Marianna Salzmann zwei Überlebende einander bekriegen: «Die Aristokraten», Regie Paulina Neukampf.
Im Konzert Theater Bern stellen sich Ersan Mondtag und Olga Bach vier Wohlstandsmenschen angesichts der «Vernichtung» vor, und Laura Naumanns «Zwischen den Dingen sind wir sicher» am Landestheater Memmingen (R. Oliver Endreß) spielt unter verwaisten Geschwistern in einer postapokalyptischen Enklave. Warum junge Westeuropäer sich todessüchtig radikalisieren, will Yüksel Yolcu am Berliner Grips-Theater mit Hilfe von Recherchen des umstrittenen Publizisten Jürgen Todenhöfer herausfinden: «Inside IS». Konstantin Küspert rekapituliert die reiche Geschichte Europas in «europa verteidigen», das Cilli Drexel in Bamberg uraufführt, während Kay Voges am Schauspiel Dortmund die Recherchen des Kollektivs Correct V zur krisenprofitierenden «Schwarzen Flotte» im Mittelmeer auf die Bühne bringt. Und Yael ...
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Theater heute Oktober 2016
Rubrik: Daten, Seite 57
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Entspannt bescheint die Abendsonne die Arena von Augusta Raurica. Der alte Stein strahlt warm zurück. Der Himmel zeigt sein sauberstes Blau, die Baumreihe auf dem Römertheaterhügel nahe Basel ein kraftvolles Grün, das Publikum auf der spiegelverkehrt das antike Zuschauerhalbrund überblickenden Tribüne zeigt Heiterkeit. Da ist es gut, dass ein weher Gitarrensong die...
Nichteingeweihten wird der Titel des neuen Pollesch-Zweiteilers «Diskurs über die Serie und Reflexionsbude (Es beginnt erst bei Drei), die das qualifiziert verarscht werden great again gemacht hat etc. Kurz: Volksbühnen-Diskurs» vielleicht etwas merkwürdig erscheinen. Kenner des Berliner Theaterkampfplatzes aber horchen auf: Will René Pollesch etwa die Worte des...
Natürlich ist ein Gespräch über Grenzen ein Gespräch über Politik, zumal in Zeiten, in denen sich die Festung Europa abschottet. Und wenn András Siebold, Leiter des Internationalen Sommerfestivals Hamburg, seine kuratorische Aufgabe als das Einreißen von Grenzen definiert, dann darf man das als politisches Statement lesen, auch wenn es gar nicht primär um...
