Nach dem Happy End geht es weiter

Die 69. Berlinale war Dieter Kosslicks letzte und zeigte Filme, in denen das Private nur selten politisch wurde

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Zu den unvergesslichen Momenten der diesjährigen Berlinale, Dieter Kosslicks letzter, gehörte die Pressekonferenz, die Angela Schanelec zu ihrem Wettbewerbsfilm «Ich war zu hause, aber ...» gab. Da saß diese fragile Person, Jahrgang 1962, zwischen ihren Schauspieler*innen und sagte mit mädchenhaft staunender Stimme Sätze wie: «Kann sich irgend jemand nicht für Esel interessieren?» Interpretieren, erklären, die Lücken, die ihr Film lässt, nachträglich auffüllen, damit die verzweifelt nachfragende Presse hinterher netter schreibt – nicht mit Angela Schanelec.

Ob sie weiß, dass nichts (deutsche) Kritiker mehr entzückt als renitente Verweigerung? Jedenfalls wurde ihr Film am nächsten Tag in der Tagespresse gefeiert wie kein anderer im bis dahin recht mauen Wettbewerb.

Das Private ist politisch?

Gut möglich, dass da schon eine gewisse Ermüdung angesichts allzu geschmeidiger Sätze eingetreten war. Allen voran dem, den Dieter Kosslick zur Überschrift seiner letzten Berlinale gemacht hatte: «Das Private ist politisch.» Der ausgeleiertste aller 68er-Sprüche schwebte ein wenig ziellos über einem Festival, das sich in hochpolitischen Zeiten zumindest in den Filmen, denen die erste Garde ...

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Theater heute April 2019
Rubrik: Berlinale 2019, Seite 30
von Barbara Burckhardt

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