Mannheim: Erkaufte Freiheit

Elena Ferrante «Meine geniale Freundin» (DSE)

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Große Romane sind die Kühe, die in Herden durchs Theaterdorf getrieben werden: Im Gegensatz zu zeitgenössischer Dramatik kann man leise Kenntnis beim Publikum voraussetzen, sei es durch eigene Lektürae oder durch Feuilleton-Debatten, sie warten nicht selten mit eigenwilliger poetischer Sprache auf und mit komplexen Figurenzeichnungen. Das Nationaltheater Mannheim hat nun die deutschsprachige Erstaufführung von «Meine geniale Freundin» nach den Bestsellern der italienischen Autorin Elena Ferrante her­ausgebracht.

Die Inszenierung von Felicitas Brucker absolviert die ersten beiden Bände, die Fortsetzung soll in der nächsten Spielzeit folgen und die ganze neapolitanische Saga umfassen.

Felicitas Brucker lässt die Zeiten auf der Bühne ineinandergreifen: Zwei Schauspielerinnen verkörpern Elena, Lila wird zuweilen gar von vieren gegeben. Melanie Lüninghöners Elena ist die erwachsene Erzählerin, die in ihre Kindheit und Jugend zurückreist und vom Aufwachsen berichtet, das alltägliche Gewalt, die Camorra, Armut und Misogynie prägen. Für die Nachbarskinder Elena und Lila bietet zuerst die Bildung einen Ausweg aus dem repressiven Umfeld, für Lila schließlich – als sie die Schule aufgrund ...

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Theater heute April 2019
Rubrik: Chronik, Seite 58
von Esther Boldt

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