Menschlein en marche
Rasche-Bühnen sind pompöse Maschinenmonster – und Muster an Effizienz zugleich. Hier am Münchner Residenztheater, wo der minutiöse Monumentalmechaniker nun zum zweiten Mal inszeniert und technisch aus dem Vollen schöpfen kann, wird das besonders deutlich. Marschierten «Die Räuber» 2016 noch auf riesigen schwenkbaren Laufbändern unverwandt auf den Abgrund zu, so hat sich die Laufrichtung mittlerweile zum Kreis gebogen.
Wenn sich der eiserne Vorhang zu Hofmannsthals «Elektra» hebt, verhakt sich der Blick erstmal in Stahlstreben und Lochblechen eines haushohen zylindrischen Käfigungetüms, das wie ein Ufo aus einem dystopischen Science-fiction-Blockbuster im Bühnenturm gelandet zu sein scheint.
Erst nach und nach werden die Bewegungen sichtbar, um derentwegen hier alles exakt so groß und wuchtig sein muss, wie es ist: Menschlein en marche auf riesigen Drehscheiben, dazu skandierender Sprechgesang, Musikschleifen in monotonem Crescendo, Lichteffekte auf dunklem Grund, das sind die Elemente, mit denen Rasche seit vier Jahren zuverlässig die großen Bühnen rockt und damit sein eigenes Maschinenzeitalter eingeläutet hat.
Potenziale der «Rasche-Masche»
Texte werden dabei nicht ...
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Theater heute April 2019
Rubrik: Aufführungen, Seite 20
von Silvia Stammen
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