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Theaterkritiker – warum ich das gerne bin

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Camouflage.

Na, Liebchen, «Die Position der Kritik», das jetzt von «Theater heute» war doch immer auch Dein Problem, wenn Du mitgefahren bist, und gereist bist Du ja für Dein Leben gern, war Deine Frage nach wieder mal einem Abend in so einem Theaterhaus, irgendwo zwischen Hamburg und Wien, Berlin und Oldenburg (doch, Lob den Provinzen, in den Radfahrerstädten waren wir gelegentlich auch), mit interessanten Leuten auf der Bühne, stimulierend anzusehen oft, im Theater zu sein, ist nämlich au fond ein erotischer Reiz, mit fesselnden Männern also, besonders denen in den Rollen der Bösen, und wunderbaren Frauen, sogar den Hysterischen, alle zugange in verwegenen Geschichten, den bekannten alten oder den unerhört neuen, unterwegs in Bildern, als es die auf den Bühnen noch gab, plötzlich in einer, unserer Welt noch ganz andere Welten, und wir, es kam wie es wollte, ihre allemal divertierten Betrachter – «Schönes Leben wem’s gegeben, wie dem Junker Wohlgemuth», so steht’s geschrieben, Kritikerbekenntnis, an der Wand des keinem sonst vergleichbaren Speiseraums der Zürcher «Kronenhalle», wohin Du immer gleich hast gehen wollen nach den Schweizer Premieren; die gespielt hatten für uns, mussten sich sorgen, wie sie angekommen waren, wir tranken den besten Fendant, das Lebensvergnügen hat die Zeitung, die uns herumschickte, den Gegenwert von mindestens drei Einfamilienhäusern gekostet, über die vielen Jahre ... ...

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Theater heute Mai 2006
Rubrik: Serie Theaterkritik, Seite 21
von Peter Iden

Vergriffen
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