Mainz: Die Drohne und der Terrorist
Schaut man aus dem 21. Jahrhundert auf Ramstein, das europäische Hauptquartier der amerikanischen Luftwaffe bei Kaiserslautern, kann einem der Unfall auf der Air Base, bei dem 1988 während einer Flugschau 70 Menschen ums Leben kamen, schon wie ein Vorbote des 21. Jahrhunderts und seiner schuldig-unschuldigen Kriege vorkommen.
Heute spielt, wie in Deutschland bekannt, aber nicht diskutiert ist, Ramstein eine wesentliche Rolle im Drohnen-Einsatz im Nahen und Mittleren Osten, der Stützpunkt macht eine fast zeitverzögerungsfreie Übermittlung der Daten vom Pilot in den USA zur Drohne in, zum Beispiel, Afghanistan möglich.
Sensibilisiert für die Thematik durch eine Kindheit neben der Air Base, geprägt durch einschlägige amerikanische Fernsehserien und beeindruckt von amerikanischen Whistleblowern, hat Jan-Christoph Gockel ein Theaterprojekt erarbeitet, das sich geschickt zwischen Heimatabend, Diskurstheater und politischer Aufklärungsarbeit bewegt.
Gockel hat ein Interview mit Brandon Bryant geführt, der in Deutschland als Whistleblower bekannt geworden ist. Als Drohnenpilot hat er mehrere Angriffe im Nahen Osten «geflogen», bevor sich herausstellte, dass er seiner Aufgabe psychisch ...
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Theater heute Februar 2016
Rubrik: Chronik, Seite 51
von Peter Michalzik
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