Mädchen und Männchen
Käthchen, Mädchen!» – Was ist los? Alle wollen dich. Das krudeste Machwerk Kleists, mit schielendem Blick auf die Modetrends seiner Zeit zusammengezimmert aus Versatzstücken diverser Genres – es ist sein erfolgreichstes Stück geworden. Die strukturelle Offenheit, das Bastelwerk, bei dem man die Klebestellen noch sieht, ist ein ideales Objekt der Begierde für den einheitsstiftenden Zugriff eines Regisseurs.
Stefan Bachmann, der gerne zu den großen Stoffen greift, hat gelernt, mit der großen ehemaligen Kabellagerhalle, der Ausweichspielstätte des Kölner Schauspiels, umzugehen.
Olaf Altmann hat ihm eine riesige, mattglänzende Quarterpipe gebaut, eine gebogene Sprungschanze, die die Halle in voller Breite füllt und bis auf die Höhe der ansteigenden Zuschauerreihen ragt. Damit werden die akustischen Tücken des Provisoriums ausgeglichen, und ein Bedeutungsraum für Aufstiege und Abstürze entsteht. Man spielt hier tatsächlich «an des Wahnsinns grausem Hang», an dem Graf Wetter vom Strahl sich umherschwanken sieht.
Abwehrwaffe Ironie
Über diese optische Einheit eines vieldeutigen Symbolmonstrums kommt die Inszenierung jedoch kaum hinaus. Alle Klippen des zerklüfteten Textgebirges werden klug ...
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Theater heute Dezember 2014
Rubrik: Aufführungen, Seite 16
von Gerhard Preußer
Bamberg,
E.T.A.-Hoffmann-Theater
4. Lewandowski, Die Bombe
R. Peter Bernhardt
Bautzen, Volkstheater
9. Rinser, Königskinder
R. Therese Thomaschke
Berlin, Deutsches Theater
12. Schnitzler, Das weite Land
R. Jette Steckel
14. Lotz, Die lächerliche Finsternis
R. Daniela Löffner
Berlin,
Maxim Gorki Theater
13. Salzmann, Wir Zöpfe (U)
R. Babett Grube
Berlin, Volksbühne
4....
Das Melodram ist so etwas wie das verstoßene Kind der Filmgeschichte. Einstmals ganz nah am Herzen, ist es irgendwann in Ungnade gefallen. Heute schämt man sich fast ein bisschen, wenn man an all die Tränen denkt, die man wegen der alten Familiengeschichten vergossen hat.
Wenn in Thiemo Strutzenbergers Stück «Hunde Gottes» das Genre des Melodrams wieder aufgewärmt...
Für den Start von Kafkas «Verwandlung» am Theater Oberhausen möchte man fast mehrere Paar Augen besitzen: Im flächigen Innenraum eines halbfertigen Hauses ist spießbürgerliches Mobiliar ringsum an den Wänden verteilt (Bühne: Zholdak, Tita Dimova).
Ein langer Tisch ragt mit unzähligen fest installierten Handkameras in den Raum hinein. Hier nehmen die Schauspieler...
