Lebendig begraben
Was, euch gibt’s noch? Ich dachte, die haben den Laden schon längst dichtgemacht ...!» Mit dem Gestus des allergrößten Erstaunens bekommen diesen Satz seit mehr als einem Jahr die Beschäftigten der Wuppertaler Bühnen beinahe täglich zu hören. Nicht nur landauf, landab in Kneipen und Theaterkantinen oder in Telefongesprächen, sogar in der eigenen Stadt wird man beständig mit dieser Frage konfrontiert.
Fakt ist, dass uns der Laden keinesfalls dichtgemacht wurde. Im Gegenteil, die Schauspielsparte spielt, und die Opernsparte singt.
Beide haben für die nächste Spielzeit ihre Spielpläne präsentiert, die mit unvermindertem Zuschuss geplant werden konnten. Seit einem Jahr läuft eine PR-Kampagne mit dem Motto WUPPERTAL SPIELT – anscheinend vergebens.
Als die Politik im Herbst 2009 die Kürzung des Betriebskostenzuschusses um 2 Millionen Euro öffentlich angekündigt hat, ist das Wuppertaler Theater für kurze Zeit als Symbol für den finanziellen Niedergang der westdeutschen Kommunen intensiv in die Schlagzeilen geraten. Nie wurde über dieses Haus so viel und so ausführlich berichtet. Meistens allerdings mit mangelhafter Kenntnis der Situation vor Ort. Über die Empörung über die endgültige ...
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Theater heute Jahrbuch 2011
Rubrik: Christian von Treskow, Seite 32
von Christian von Treskow
Immer wieder wird an einen Intendanten, so jedenfalls meine Erfahrung, der Wunsch herangetragen, etwas zu produzieren, wo man «so richtig doof ablachen» kann. Man fragt sich: Wo kommt dieser Wunsch her? Die Menschen, die es sich wünschen, über etwas «richtig doof abzulachen», könnten sich diesen Wunsch ja leicht erfüllen, indem sie in den Spiegel gucken....
Wut ist Teil meines Theaters. Obwohl ich sehr liebevoll mit den Leuten arbeite. Aber schon was ich behandle, hat sehr viel mit Wut zu tun. Zum einen mit einer verbreiteten Art, Theater zu spielen, an der ich als Schauspieler verzweifelt bin. Wo ich gerne selbst viel weiter gegangen wäre, bin ich runtergedrückt und weggeputzt worden. Als Regisseur habe ich auf...
Das ist der Tod, der vor mir steht – lacht!» Mit diesem Motto beginnt Emine Sevgi Özdamars Umwidmung eines barocken Totentanzes zu einem Memento mori in sieben Szenen, zu einem grausigen und komischen Spiel über Krankheit, Verlassenwerden, Sterben im Exil und die Kraft, die der Mensch dagegen mobilisieren kann. Sie feiert keinen Kult der Vergänglichkeit, in dem...
