Knasttheater: Parcours durch die Hölle
Nur in Barcelona wird noch mehr Kokain konsumiert als in Zürich. Unter den ersten zehn von 56 europäischen Städten, in denen das European Monitoring Centre for Drugs and Drugs Addiction 2017 die Abbaustoffe in der Kanalisation maß, sind fünf aus der Schweiz. Dortmund liegt auf Platz zehn, Frankfurt auf Platz zwölf. Man wird nicht sagen können, dass die Geschichte (um den Ausdruck «Stoff» zu vermeiden) uns nichts anginge, mit der sich das Theater Klara in «Palmasola» befasst (und von dessen Entstehung Enis Maci in TH 10/19 berichtete).
Ausgangspunkt ist die authentische Erzählung eines Drogenkuriers, der sich an den Recherche-Arbeiten beteiligt hatte, ein Türöffner im wörtlichen Sinn: Noch vor dem Einlass in die Kaserne Basel macht uns der Schauspieler Nicola Fritzen zu Komplizen dieser Figur, eines Schweizers mit Namen Klaus (ein «Klaus» ist in der Schweiz ein Tölpel), der sich wegen eines Missgeschicks an der bolivianischen Grenze erwischen lässt, vollgestopft mit Kokain-Kapseln.
In den Gefängnis-Saal geht’s dann in Einerreihe und unter dem spanisch bellenden Kasernenkommando des Schauspielers Omar Callisaya Callisaya; jede*r wird am Handgelenk abgestempelt, was man durchaus ...
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Theater heute Dezember 2019
Rubrik: Magazin, Seite 62
von Andreas Klaeui
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