Klima der Angst

Ein Gespräch mit der Instanbuler Theaterleiterin Gülhan Kadim beim Heidelberger Stückemarkt über die Rolle des Theaters in der politisch angespannten Türkei

Theater heute - Logo

Bernd Noack Eigentlich wollten wir über den Hoffnungsschimmer reden, der von den letzten Kommunalwahlen in der Türkei ausging, doch dann platzte soeben die Nachricht herein, dass Präsident Recep Tayyip Erdogan wohl eher ein schlechter Verlierer ist: Er erhob Einspruch gegen den für seine Partei negativen Ausgang der Bürgermeisterwahl in Istanbul, und die Behörde ordnete einen neuen Urnengang an ...

Gülhan Kadim Ich war sehr niedergeschlagen, als ich von der Entscheidung hörte. Jetzt geht es langsam wieder.

Ich will mich als Künstlerin nicht zu sehr in diese politischen Entscheidungen einmischen, aber meine Hoffnung gebe ich nicht auf. Wir in der Türkei sagen: «Her Sey Cok Güzel Olacak», was so viel heißt wie «Alles wird gut werden ...»

Noack Warten wir es ab ... Tatsächlich aber war diese Wahl ein deutlicher Denkzettel für Erdogan und seine Partei AKP. Zeichnet sich da in Ihrem Land so etwas wie eine politische und gesellschaftliche Veränderung ab?

Kadim Es war eine ziemliche Überraschung für uns, wir haben das Ergebnis nicht erwartet. Und fast erleichtert haben wir gesagt: Es ist ja doch noch etwas möglich in dem Land. Eine kleine Hoffnung ist das, aber sie ist wichtig, weil ...

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von Theater heute? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle Theater-heute-Artikel online lesen
  • Zugang zur Theater-heute-App und zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von Theater heute

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Theater heute Juni 2019
Rubrik: Festivals, Seite 32
von

Weitere Beiträge
Daten (6/2019)

Aachen, Das Da Theater
20. Hübner, Gretchen 89 ff.

R. Maren Dupont 

Aalen, Theater der Stadt
9. Projekt, Verführung ist die wahre Gewalt

R. Tina Brüggemann, Jonathan Giele und Petra Jenni (Spaziergang) 

Ansbach, Theater
29. nach Goldoni, Der Diener zweier Herren

R. Nicolas Dabelstein 

Baden-Baden, Theater
22. Schiller, Don Karlos. Infant von Spanien

R. Maximilian von...

Reden wir nicht mehr über Geld

Am 30. Juni geht ein besonderes Kapitel in der Geschichte des Burgtheaters zu Ende: Karin Bergmann, die erste Frau an der Spitze der Burg, tritt ab. Fünfeinhalb Jahre vorher, im März 2014, hatte sie – mitten in der Spielzeit – ihr Amt angetreten. Nach der damaligen fristlosen Entlassung von Matthias Hartmann war Bergmann vom Kunstminister Josef Ostermayer (SPÖ)...

Mitte im Untergangs­rausch

Au weia. Hat man so etwas nicht auch schon gesagt? Vom «blauen fleur de sel» geschwärmt, den Wein als «lecker» gepriesen, womöglich über die Vorzü­ge von Dinkel referiert? Über das Posing durch Postings auf sozialmedialen Kanälen gelästert, jemanden vorschnell des Antisemitismus verdächtigt, den womöglich einzigen Homosexuellen auf der Party ausdrücklich um seine...