Kalkül und Ereignis
Dabei handelt es sich um ein Bilderbuch, das mit ein paar Texten, Dialog- und Originalzitaten die Entstehung des Films beschreibt. Und die tiefere Wahrheit besteht darin, dass dieses liebevollere und aufwändigere Presseheft schließlich als Vorlage für Breloers Film gelten muss.
Denn Thomas Manns Roman wird Breloers Film gerecht nur in der Art, wie die meisten Filme – und neuerdings auch Theaterarbeiten – den Bestsellern, die sie seit einiger Zeit reihenweise adaptieren: Sie nehmen das bekannte Buch als Vorlage für eine Handlung und die beschriebenen Szenen als Bilder, die man ausmalen kann. Der große Name verleiht ihren Produzenten Sicherheit bei der Kalkulation, und der lange Ruhm garantiert das Ereignis, das der Film zu werden verspricht.
So sieht man also in Breloers «Buddenbrooks» das Gerüst von Manns Roman: die unbeschwerten Kinder Thomas, Christan und Tony, den Konsul und seine Frau, Lübecker Festlichkeiten, die gescheiterten Vermählungen von Tony mit Bendix Grünlich und dem Bayern Permaneder, Thomas’ Arbeit am Erbe, Christians versuchte Dissidenz von eben diesem Erbe, und, gerade gegen Ende hin, Tode, Beerdigungen, Trauerfeiern.
Bürgerliche Restofenwärme
Was man nicht ...
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