Ach Kinder!
Denn erstens schaut der entstandene Film dem Stadttheater in schönen, blaustichigen Bildern bei der Probenarbeit zu. Er folgt der Autorin zu ihren Gesprächen und der Regisseurin nach Hause ins Wohnimmer, lässt Schauspieler ihr Handwerk zeigen, mitreden und privat zu Wort kommen, dokumentiert Krisen zwischen Regie und zweifelndem Ensemble. Zweitens entsteht wie nebenbei eine Reportage zum Thema Nachwuchs und Kinderwunsch, die demografische Panik und Genderdebatten anhand von Einzelschicksalsschnipseln relativiert.
Und drittens diskutieren die Beteiligten heftig über Sinn und Unsinn des dokumentarischen Theatermachens. Wie inszenieren ohne Geschichte? Ab wann verrät man als Schauspieler eine reale Figur? Was kann hier das Theater, was andere Medien nicht können? Die DVD gibt erhellende und ernüchternde Antworten.
Die Reproduktionskrise - DVD
Ein Dokumentarfilm von Jörg Adolph und Gereon Wetzel
Spieldauer: 84 Minuten
DocCollection 2007, 14,90 Euro
Die DVD ist nur über die Website der Produktionsfirma DocCollection erhältlich.
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von Theater heute? Loggen Sie sich hier ein
- Alle Theater-heute-Artikel online lesen
- Zugang zur Theater-heute-App und zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von Theater heute
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Eva Behrendt Gerade sind im Suhrkamp Verlag drei Gesprächsbände erschienen, die die 12-bändige Heiner-Müller-Gesamtausgabe komplettieren, also ein Viertel seines Œuvres ausmachen. 24 der darin abgedruckten Gespräche haben Sie mit Müller geführt. Was war das Besondere am Gesprächspartner Heiner Müller?
Alexander Kluge Dass er ein Dramatiker, ein theatererfahrener...
Das jüngste Beispiel für den Trend zur Romanadaption ist ein besonders kühnes Unterfangen: Verglichen mit «Doktor Faustus» geht ja sogar «Der Zauberberg» als well-made play durch. Thomas Manns Spätling (1947) ist die fiktive Biografie des deutschen Komponisten Adrian Leverkühn (1885–1940), wobei die Handlung dem Autor hauptsächlich dazu dient, ein ganzes Füllhorn...
Amerikanische Dramatiker lieben es, wenn sie beim Schreiben dreckige Hände kriegen. Mit Hingabe buddeln sie tief, um epische Groß- und Kleinfamilien durch den Morast ihrer Beziehungsgeschichten zu schicken, lassen die Leichen im Keller lange Schatten werfen und weiden Lebenslügen bis zur Katastrophe aus. Zur Liga von Tennessee Williams, Eugene O’Neill, Arthur...
