Interesse an der Wirklichkeit
Krzyzstof Kieslowskis filmischer Zyklus «Dekalog» war der Versuch, die Zehn Gebote mit der polnischen Alltagswelt der späten achtziger Jahre in Verbindung zu bringen.
Wie sind die in Steintafeln gehauenen Moralgesetze, die der Bibel zufolge Moses einst auf dem Berg Sinai von Gott erhielt, in einer bröckelnd sozialistischen und doch zutiefst katholisch geprägten Gesellschaft noch zu verstehen? Ohne sich je über seine Figuren zu erheben, schlägt Kieslowski immer wieder überraschende Haken zwischen impliziter Kritik an den göttlichen Gesetzen (oder, wahrscheinlicher: Demonstration ihrer Über-Menschlichkeit) – etwa, wenn das Einhalten eines Gebotes zum Verstoß gegen ein anderes führt –, aber auch an der völligen Abwesenheit metaphysischer Konzepte, wie etwa seine Erzählung zum ersten Gebot zeigt, in der die naturwissenschaftliche Logik zum Gradmesser einer tödlichen Entscheidung für den eigenen Sohn wird.
Nuran David Calis, der sich schon in mehreren Theaterprojekten mit Glaubensfragen monotheistischer Religionen auseinandergesetzt hat, rückt pünktlich zur «Woche der Brüderlichkeit» am Staatsschauspiel Dresden die Tische zusammen. Allerdings tut er dies weniger, um verschiedene ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von Theater heute? Loggen Sie sich hier ein
- Alle Theater-heute-Artikel online lesen
- Zugang zur Theater-heute-App und zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von Theater heute
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Theater heute Mai 2018
Rubrik: Aufführungen, Seite 34
von Eva Behrendt
Irgendwann Ende der 90er, Anfang der Nuller Jahre war Benjamin von Stuckrad-Barre, dieser deutsche Namenswitz aus Rotenburg an der Wümme, Pastorensohn, Schulversager und Udo-Lindenberg-Fan, tatsächlich ganz oben. Als Spezialist im «Hineinschlawinern» in hippe Locations hatte er es vom pickeligen Oberschüler innerhalb kürzester Zeit zum «Rolling Stone»-Redakteur,...
Aachen, Theater
12. Albee, Wer hat Angst vor Virginia Woolf?
R. Michael Helle
17. Depryck, Der Reservist – Arbeiten im 21. Jahrhundert
R. Ulrike Günther
18. Küspert, mensch maschine
R. Marion Schneider-Bast
Aalen, Theater der Stadt
4. Hintze, Wir sind die nebelfreie Stadt
R. Tina Brüggemann, Michael Flechsler und Thomas Haller
Annaberg, Eduard-von-Winterstein-Theater
10....
Sexualkunde für Erwachsene gibt es im Theater oft. Ungesunde Beziehungen finden sich in der Dramenliteratur zuhauf. Nun hat der Londoner Autor Evan Placey, Spezialist für Jugendtheater, ein Drama über Sexualkundeunterricht geschrieben, ein metadidaktisches Drama. Also eigentlich kein Drama für Jugendliche, sondern über sie. «Gesunde Beziehungen» («Consensual»)...
