Ins wunderbare Rom
Es heißt, Menschen könnten sich ändern. Aber eigentlich geschieht das so selten, dass Ausnahmen gerne in Kinofilmen und Romanen inszeniert werden, wo sie immer zu großen Rührstücken geraten. Wenn es tatsächlich möglich ist, dass ein Mensch sein Verhalten ändert – und zwar zum Positiven –, dann packt das den Zuschauer an seiner weichsten Stelle. In unserer erlernten Verhaltenswelt sagt die Erfahrung nämlich meistens das, was Shirley Bassey einst sang: «It’s all just a little bit of history repeating».
Manchmal geschieht aber doch Wunderliches: Eine Person verwandelt sich plötzlich vor allen Augen in eine aufregende Persönlichkeit. Dinge, die vorher nervten, erscheinen nun interessant, die Körpersprache, die einst eitel und übertrieben wirkte, besitzt nun die Aura von mutig und energisch, das Geschwätz von gestern bekommt die schillernde Tiefe von Lebenserfahrung und verarbeiteten Schmerzen. Und am eindrücklichsten ist diese Verwandlung, wenn man sie nur sehr schwer an Einzelheiten festmachen kann, denn radikale Veränderungen – das weiß auch jeder – reproduzieren nur die alten Fehler in neuen Fratzen, oder sie sind von kurzer Dauer.
Richtig genervt hat früher Thomas Schmauser. Er war ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von Theater heute? Loggen Sie sich hier ein
- Alle Theater-heute-Artikel online lesen
- Zugang zur Theater-heute-App und zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von Theater heute
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Das Raffinierte an Woody-Allen-Witzen ist, dass man immer denkt, man müsse das doch eigentlich auch können. Dieses wuselige Umformen alltäglicher Misslichkeiten und Neurosen zu Pointen. Was natürlich nicht stimmt. Aber dass man dazu jüdisch sein und in New York leben muss, stimmt ebensowenig. Von London aus geht es auch. Schon seinen letzten Film, «Match Point» von...
Woran liegt es, wenn es wieder einmal hakt im Hirn? Wenn sich angesichts der leeren Bühne oder des weißen Papiers alle Ideen ganz hinten im Gestrüpp der grauen Zellen versteckt zu haben scheinen? Handelt es sich in solchen Fällen tatsächlich um voll zurechnungsfähiges menschliches Versagen? Oder bloß um einen akuten Mangel an bestimmten Neurotransmittern in unserem...
Die Perücken sind billig und die Outfits schrill. Wichtigstes Bühnenrequistit ist ein gammeliger Dönerspieß aus Pappmaché. Ansonsten wird vorzugsweise vor einer scheußlichen Fototapete gespielt – eine Kulisse, die selbst Schlingensief-Bühnen wie Nachbauten aus dem Schöner-Wohnen-Katalog aussehen lässt. Auch die knalligen Spieler der aus dem prallen Kiezleben...
