Im Bundesadlerhorst

Franz-Xaver Kroetz «Die Trauerwütigen»

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Kroetz-Uraufführung die zweite: nach der Münchner Premiere von «Tänzerinnen + Drücker» noch ein neues, viel mehr noch nicht aufgeführtes Stück. Weil, wie es heißt, der Autor die a.tonal.theater-Inszenierung von «Die Eingeborene» als ganz wörtlich genommenes Riesen-Kasperltheater zu schätzen wusste, sicher auch, weil keine prominenteren Interessenten Schlange standen (immerhin liegt das Stück seit vier Jahren unaufgeführt in deutschen Dramaturgien), erblicken «Die Trauerwütigen» jetzt in der Kölner und Bonner Freien Szene das Bühnenlicht.

 

Kroetz hat in seinem Text Groß- und Kleinschreibung abgeschafft, kennt kein Personenregister, führt Holocaust-Gedenken, Welthunger und BSE zusammen, schlägt den Bogen zwischen Homöopathie, Engeln, «weltmarktmordwirtschaft» und erreicht trotz aller Wut und Fassungslosigkeit nie die Schmerzgrenze beispielsweise einer Jelinek-Vorlage. Nichtsdestotrotz hat das a.tonal.theater in diesem Stück den zweiten Teil seiner «Deutschlandtrilogie» gefunden (der erste war eine gelungene Choreografie von Marc Beckers «Wir im Finale», ein beinahe prophetischer Kommentar zum deutschen WM-Sommer 2006), den Text stark gekürzt, die Engel rausgeschmissen und einen ...

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Theater heute Dezember 2006
Rubrik: Chronik, Seite 40
von Susanne Finken

Vergriffen
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