«Ich wollte unbedingt nach Kassel»
Das für ein Einsatz: Er hat sich an die Wand geworfen, immer wieder, bis er endlich niedergesunken ist. Käfergleich hat er sich dort am Boden um die eigene Achse gedreht und mit den Füßen gegen die Wand getreten, als wollte er, der Schwerkraft trotzend, bis zur Decke hochspazieren. Hat ein armseliges Tannenbäumchen umarmt, hat dem Chauffeur über die Stoppelhaare geleckt, hat sich im schwarzen Anzug hinten an die Wand gestellt, wo er abgespritzt wurde mit dem Wasserschlauch wie ein Vieh.
Das war alles sehr wild und ansehnlich, und man konnte diesem Herrn Puntila seine Verzweiflung und sein Sehnen gut anmerken, aber fremd und anders und verwirrend wurde die Figur dadurch noch nicht.
Das wird sie erst durch einen kleinen Satz, den der Schauspieler Matthias Neukirch so ganz nebenbei den Leuten hinwirft. «Hopp, hopp, hopp, Atomraketen stopp», sagt er irgendwann gegen Ende, als die Betrogenen mit riesigen Plakaten («Wo bleibt die Moral?» «Lebe von 400 Euro» oder schlicht: «Rippenbraten») gegen den Gutsbesitzer Puntila protestieren. «Hopp, hopp, hopp, Atomraketen stopp», das ist hier eine müde Geste, mit der mal eben so eine historische Bewegung entsorgt wird.
Und Matthias Neukirch hat ...
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