Seltsame Heilige
Wenn die Götter den Osten lieben, dann behalten sie es jedenfalls auffällig für sich. Der Dürre-Sommer 2003 ließ in Brandenburg die Felder vertrocknen, die Duschen in den Camping-Plätzen versiegen, und die anhaltende Medien-Krise hat die freischaffende Architekturkritikerin Lissie Kelch obendrein den letzten Job gekostet.
Worauf sie ihren Kleinwagen voll lädt und sich mit der letzten Tankfüllung von Berlin in den Oderbruch aufmacht, direkt zu ihrer alten Freundin Insa Breydenbach auf Gut Serkow – oder was von den beiden übrig geblieben ist – und mitten hinein in Botho Strauß’ neues Stück: zum gemütlichen Ruinen-Palaver im Abendrot der Gegenwart.
Er halte «das selbstbestimmte Individuum für die frechste Lüge der Vernunft», hatte Strauß in «Beginnlosigkeit» verkündet. Und wie zum Beweis wieder einmal ein paar dramatische Prachtexemplare seiner These versammelt. Die beiden älteren Damen können auf solide Achtundsechziger-Biographien zurückblicken. Man war emanzipiert, engagiert, feministisch und auch sonst allweil auf der Höhe des individualistischen Zeitgeists. Die familiären Werte sind darüber etwas in den Hintergrund getreten. Lissie hat Insa jedenfalls regelmäßig die Männer ...
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Man müsse tot sein, heißt es, wenn man in Wien eine gute Nachred’ haben will. Manchmal genügt es auch, wenn man todkrank ist. Als der von einem Krebsleiden schwer gezeichnete Hans Gratzer bei der Nestroy-Gala vergangenen November auf der Wiener Varietébühne Ronacher für sein Lebenswerk geehrt wurde, spendete ihm die versammelte Wiener Theatergesellschaft...
«Theatre, in the Islamic Republic, finds its noble and high responsibilities in expressing pains and suffering of fettered and oppressed human beings.» revolutionsführer ali chamenei (vorangestellt dem katalog zum 23. internationalen fadjr-festival)
Darf ich mich einen Moment zu Ihnen setzen?» Obwohl im Flugzeug nach Teheran noch viele Plätze frei sind, setzt...
Diese Frau ist auf dem Kriegspfad: Der Busen entblößt, die knochigen Finger zu Harpyienkrallen eingekrümmt, die Gewandung im Übrigen festlich. Mit Gustav Klimts «Judith» auf seinen Plakaten wirbt das Odéontheater überall in Paris für die neue «Hedda Gabler», in der Isabelle Huppert die Hauptrolle spielt. (Demnächst auch bei den Ruhrfestspielen.) Das Bild, ein...
