I will always love you
Normalerweise münden die seltenen Theaterbesuche mit meinem Vater direkt in die Regietheaterdebatte. Er findet es schrecklich, dass Theatermacher nicht mehr nach der Intention des Autors suchen, sondern ihre eigene Sicht (die im Wesentlichen aus brüllenden Nackten besteht) fremden Texten überstülpen. Ich dagegen finde es schrecklich, dass er seine pauschale Behauptung mantrahaft wiederholt und sich der Chance beraubt, neue Sichtweisen zuzulassen. Mein Vater liebt dieses Streitritual mit den immer gleichen Argumenten und stürzt sich jedes Mal mit frischem Furor hinein.
Als ich ihn frage, ob er mit mir zu einer Performance über Väter und Töchter kommt, zögert er keine Sekunde – auch dann nicht, als ich ankündige, dass die Gruppe «She She Pop» und der Abend «Das Testament» heißt.
Voller Einsatz
She She Pop gehören neben Showcase Beat Le Mot und Gob Squad (mit denen es auch personelle Überschneidungen gibt) zu den Performancekollektiven, die Ende der 90er Jahre aus der Gießener «Unglücksschmiede» (FAZ) für Angewandte Theaterwissenschaft hervorgingen. Die Generation der heute um die 40-Jährigen ließ sich damals von der britischen Life Art inspirieren und hatte keine Scheu, sich ...
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Fernsehen
Dienstag, 1.
12.25, Theaterkanal: verliebt - verirrt - verwirrt – integratives Theaterprojekt nach Shakespeares «Sommernachtstraum», Eisenhans Theatergruppe des Thalia Theaters, Hamburg
19.00, Theaterkanal: Theaterlandschaften: Deutsches Theater in Göttingen – mit Esther Schweins
22.25, 3sat: FOYER – Das Theatermagazin – mit Esther Schweins
1.00,...
Da sieht man gleich, wo man ist: Weite, sommerhelle Bühne mit einer Reihe freundlicher Bodyguards dezent im Hintergrund; vorne planscht ein renitentes Kind im Pool und wird von einer gefährlich geduldigen Gouvernante bespaßt; rechts posen zwei todchice Frauen, die Dunkle im Chanel-Kostüm, die Blonde auch nicht schlecht. Jetzt müsste noch Jackie Onassis mit einem...
Wie sitzt man richtig? Irgendwie wenigstens ein bisschen anders als die anderen? Hektisch windet sich Ira auf ihrem Klappstuhl auf der Suche nach der richtigen falschen Positur, angemessen nonkonform. Ein aussichtsloses Unterfangen, dem sie auch ihre Stimme unterwirft: hoch oder doch lieber tiefergelegt? Prononcierte Endungen oder cooles Verschleifen? Oder doch...
