Herzlich unwillkommen
Guter Wechsel» – mit dieser Ankündigung trat die national-konservative Partei «Recht und Gerechtigkeit», kurz PiS, im Herbst 2015 ihre Regierungszeit in Polen an. Wie sich dieser Wechsel gegenwärtig auf die Theaterlandschaft des Landes auswirkt, kann am deutlichsten am Beispiel des Teatr Polski in Wrocław (Breslau) beobachtet werden. Das Haus war in den letzten Jahren eine der führenden Bühnen Polens.
Im November 2015 sorgte es für Schlagzeilen, weil es sich weigerte, dem Verbot des neuen Kulturministers zu folgen und die Premiere von Elfriede Jelineks «Der Tod und das Mädchen» abzusagen, dem Pornografie unterstellt wurde. Im September 2016 erhielt das Theater nach einer kurzfristig angesetzten Ausschreibung einen neuen Intendanten: Cezary Morawski. Bis heute hören seitdem die Proteste des Ensembles, des Publikums, der polnischen Kulturszene und der europäischen Kunstschaffenden nicht auf.
Verantwortlich für den hastigen Intendantenwechsel sind Behörden der Region Niederschlesien, die keinen Konflikt mit dem neuen Kulturminister Glinski riskieren wollen, da das Theater nur zur Hälfte mit lokalen Mitteln und zur anderen Hälfte vom Ministerium finanziert wird. Der vom Teatr Polski ...
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Theater heute Februar 2017
Rubrik: Foyer, Seite 1
von Iwona Uberman
Manchmal passt es besser, als man planen konnte. Natürlich wurde am Deutschen Theater Tennessee Williams’ «Die Glasmenagerie» auf den Spielplan gesetzt, bevor irgend jemand sich auch nur im Entferntesten vorzustellen vermochte, dass in den USA fünf Wochen vor der Premiere tatsächlich ein durchgeknallter Milliardär zum Präsidenten der Vereinigten Staaten gewählt...
Es schwimmt eine Barke in Richtung Europa. Auf ihr: ein Berg Leichen und ein Überlebender mit dem sonderbaren Namen Erdonidus Amandéü (Mathieu Montanier). Ein halbnackter, hagerer Mann im langen Hosenrock, ein Verlorener zwischen den Welten. Er ist auf der Flucht. Und er hat Schiffbruch erlitten. Wie Tausende andere vor ihm –beispielsweise das französische...
Wenn es schon kein anderer macht, muss man es eben selber tun: Die Dramaturgie des Berliner Ensembles, allen voran Peymann-Lebensgefährtin Jutta Ferbers, hat ihrem scheidenden Direktor ein Buch spendiert: «Claus Peymann – Mord und Totschlag». Hermann Beil zitiert im Vorwort Thomas Bernhards Theatermacher Bruscon – «Lebenslängliche Theaterkerkerhaft / ohne die...
