Hauptsache angeschnallt
Eine Fabrik, deren Produkt für den Energiehunger der Industrie unerlässlich ist, fliegt in die Luft. Arbeiter sterben. Der Betreiber ist erschüttert und will die Produktion einstellen. Aber von seinem Vorschlag, die auf sein Produkt angewiesene Industrie entsprechend umzurüsten, halten die Wirtschaftsbosse nichts: «Die Kosten wären Ruin!», empören sie sich.
Was aus heutiger Sicht eine (wenn auch grob geschnitzte) Satire auf die nach Fukushima eingeläutete Energiewende wäre, ist ein aufgrund seines Alters durchaus visionär zu nennender Text: 1917/18 schrieb Georg Kaiser »Gas I», eine expressionistische Textattacke über rücksichtslosen Fortschrittswahn, entfremdete Arbeit und den Lemming-Trieb des Menschen. Ein Stück, das bei gründlicher Lektüre schon seinerzeit vor einem kapitalen Fehler im Konzept sozialistischer Arbeiter-und-Bauern-Idyllen hätte warnen können: Da will der Besitzer der Gasfabrik, ein philanthropischer Milliardärssohn, nur Gleicher unter Gleichen sein – aber dann beschließt er doch im Alleingang, was für seine Arbeiter das Beste ist, und will das Fabrikgelände zum Acker-Areal mit lauter Einfamilienhäuschen umwandeln. Worauf genau die Arbeiter, die gerade eben noch ...
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Theater heute Juli 2014
Rubrik: Chronik: Karlsruhe, Seite 53
von Andreas Jüttner
Zu «Nora» gehört nicht nur das berühmteste Türschlagen der Theatergeschichte, der Bums am Ende, es gehört auch einer der niedlichsten Ausstattungsgegenstände zu Ibsens Stück. Es ist die Hausherrin selbst, das süße Singvögelchen, die Puppenheimbewohnerin. Für die Tür hat der Bühnenbildner Olaf Altmann in Frankfurt eine geniale Lösung gefunden: Im Hintergrund findet...
Am liebsten würde Wachtmeister Studer sich vor diesem Fall drücken. Zwei Vermisste in der Psychiatrie Randlingen, ein Patient, dazu der Herr Direktor persönlich, das riecht nach befremdlichen Begegnungen, verzwickten Vernehmungen, unangenehmen Überraschungen. Und sein Riecher hat Studer noch selten getrogen.
Also zaudert der Fahnder. Michael Neuenschwander, der...
Am Schluss von «Dämonen 2014» explodiert noch einmal das Bürogebäude des Ministerpräsidenten im norwegischen Regierungsviertel – jenes Haus, das bei Anders Behring Breiviks Terroranschlag 2011 vollständig zerstört wurde und nur wenige Minuten Fußweg vom Nationalteatret entfernt ist. Die Inszenierung, die im Februar 2014 Premiere hatte, war die erste Produktion auf...
