Haste mal ’ne Schulter?

Anders als in seinen Interviews arbeitet Frank Castorf in seinen Inszenierungen an der Demontage des Mannes: «Don Juan» am Residenztheater München

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Einmal, als der slicke Don Juan von Franz Pätzold irgendwo im Luden-Milieu gestrandet ist, wo’s über der Tür neonrot aufblinkt «24 hours open», weil die Tage hier wie Nächte sind und Don Juan sich wie ein Kleinganove hindurchstiehlt, da witzelt Nora Buzalka ihn unter einem opulenten Federhut hervor an: «Ein Kunststück, Don Juan nicht zu erkennen. Es gibt euch doch wie Sand am Meer.

» Eine seltene Heiterkeit wogt in diesem Moment durchs Residenztheater, wogt weiter noch, weil kurz darauf im Videoscreen Marcello Mastroianni als Inkarnation des lebensprallen Frauengenießers an einem Strand umhertänzelt. Bilder aus «La Dolce Vita». Es gibt euch doch wie Sand am Meer.

Gefährdete Männlichkeit 

Tatsächlich gibt es Don Juan auf der Resi-Bühne in zweifacher Ausführung: Pätzold als der feingliederige, fiebrige Typus, auf den am ehesten die Worte passen, die von Max Frisch im Programmheft überliefert werden: Don Juan ist «schlank wie ein Torero, fast knabenhaft. Seine Hände sind nervig, aber grazil; aber nicht weichlich»; «seine Männlichkeit ist etwas Gefährdetes». Und: «Der Gefährdete neigt zum Radikalen.» An seiner Seite agiert Aurel Mathei als stabiler, robuster Don Juan. In seiner Kraft ...

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Theater heute August/September 2018
Rubrik: Aufführungen, Seite 37
von Christian Rakow

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MC: Ja, Krise.
M: Aber du meintest Katastrophe.
MC: Nein. Ich meinte Krise.
S: Aber du stolperst von einer Katastrophe in die nächste!
MC:...

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