Greatest Hits
Das Jukebox-Musical hat als Genre nicht den besten Ruf. Im Grunde handelt es sich hier um Hitsammlungen längst verrenteter Popstars, um die eine mehr oder weniger passende Handlung gestrickt wird, und nur in Ausnahmefällen geht die dann als hemmungsloser Blödsinn und so halbwegs funktionierendes Entertainment durch. Meist aber sind Jukebox-Musicals Bauernfängerei, schlichte Gelddruckmaschinen ohne jeglichen künstlerischen Anspruch.
Mehr oder weniger gelungene Beispiele sind Abbas «Mamma Mia» oder Udo Jürgens’ «Ich war noch niemals in New York», was schon andeutet, wie wenig solche Produktionen mit dem aktuellen Popgeschehen zu tun haben.
Formal ist auch David Bowies «Lazarus» so ein Fall: 13 alte Hits von «Life on Mars?» (1971) über «Heroes» (1977) bis «Absolute Beginners» (1986), plus vier neue Songs. Zusammengehalten wird das Ganze durch Dialoge aus der Feder des irischen Dramatikers Enda Walsh, die auf der Schlussphase des Science-Fiction-Films «The Man who fell to Earth» basieren, in dem Bowie 1976 selbst die Hauptrolle spielte: den Außerirdischen Newton, der auf der Suche nach Rettung für seinen von einer ökologischen Katastrophe zerstörten Heimatplaneten auf der Erde landet, ...
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Theater heute Januar 2019
Rubrik: Aufführungen, Seite 20
von Falk Schreiber
Bühnen – Klang – Welten», unter diesem Motto fand im November die 28. Euro-Scene in Leipzig statt, und sie produzierte gleich zu Beginn leichte Misstöne. Im Programmheft beklagte Festivalleiterin Ann-Elisabeth Wolff, dass wegen Kürzungen durch die sächsische Landesregierung zwei Produktionen weniger zu sehen wären. Dagegen verwehrte sich Staatssekretär Uwe Gaul,...
«Wir haben einander 2002 kennengelernt, und als sich 2003 in der Redaktion von ‹Theater der Zeit› ein Vakuum auftat, sprangen wir rein und bildeten, zuerst mit Anja Dürrschmidt, später mit Wolfgang Behrens, für vier Jahre die Redaktion (Nikolaus Merck als guter Geist und inspirierender Gesprächspartner begleitete unser Tun). Kein anderer Kollege hat mich so viel...
Was wissen wir von dem, was wir erfinden? Was wissen wir über Alexa und Siri, über Sex-Bots und Reborn-Babies, über Pygmalions Venus und Frankensteins Monster? Woher wissen wir, dass sie, mit denen wir so viele Affekte und Wünsche verbinden, denen wir uns so zeitintensiv und zugewandt widmen, selbst keine Gefühle haben, kein Bewusstsein? In seiner Uraufführung...
