Great, Britain!
Schneller reagieren geht nicht: Nur einen Tag nach Ende des «Phone hacking»-Gerichtsverfahrens, das Großbritannien acht Monate in Atem gehalten hatte, verkündete das National Theatre, es habe parallel zum Prozess ein neues Stück geprobt: Richard Beans «Great Britain», inszeniert vom scheidenden NT-Intendanten Nick Hytner, beschäftigt sich mit eben jenem explosiven Skandal um die auflagenstarke «News of the World» des Medienmoguls Rupert Murdoch, um seine Handlanger und die vielen Politiker, die er in die Tasche gesteckt hat.
Paige Britain tritt im exekutiven Minirock mit Killerstilettos an die Rampe und erzählt, woran sie glaubt: «Titten, Bingo und die Todesstrafe für Päderasten». Das ist ihr Great Britain. Sie ist die dynamische Nachrichtenredakteurin beim fiktionalen, sanft ironisch betitelten Sensationsblatt «The Free Press», dessen Leitsatz lautet: «Wir zerstören das Leben anderer Leute für Dich, unseren Leser.» Diesen Spruch machen sich Paige und ihre Kollegen so zu eigen, dass sie Celebrity-Mülltonnen leeren, Polizisten Geld für Informationen zahlen und sich in Anrufbeantworter von königlichem Haushalt, Fernsehstars und Verbrechensopfern einhacken – all dies tatsächlich ...
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Theater heute Oktober 2014
Rubrik: Ausland, Seite 36
von Patricia Benecke
6./Montag
20.15, arte: Die Wand Spielfilm (2011) von Julian Roman Pölsler nach Marlen Haushofer, mit Martina Gedeck, Karl Heinz Hackl, Hans-Michael Rehberg, Wolfgang Maria Bauer u.a.
(vgl. TH 4/2012)
21.55, arte: Faust russischer Fernsehfilm (2011) von Alexander Sokurow nach
Goethe, mit Johannes Zeiler, Anton Adassinski, Isolda Dychauk, Hanna Schygulla, Florian...
Die letzten Tage der Menschheit sind jetzt auch schon wieder hundert Jahre her. Aus gegebenem Anlass war das Schauspielprogramm der Salzburger Festspiele 2014 monothematisch dem Ersten Weltkrieg gewidmet, und da führte an Karl Kraus’ großem Wiener Weltkriegstheater «Die letzten Tage der Menschheit» (1922) kein Weg vorbei.
Die im Landestheater als Koproduktion mit...
Es ist ist wie mit Kindern, wenn sie spielen, dass sie gerade eine Prinzessin oder eine böse Hexe sind. Ernst ist es natürlich auch, schließlich musste man als Zuschauer ja das Handy abgeben und wurde wie am Flughafen kontrolliert. Die Strafgefangenen, die in den folgenden vierzig Minuten durch die Zuschauerreihen gehen, können auch Kontakt mit der Außenwelt...
