Die Transgender-Dragqueen Imma in Jaamil Olawale Kosokos Kindheitserzählung «#negrophobia»; Foto: Dajana Lother/Spielartfestival München

Gekreuzte Blickwinkel

Das Münchner Spielart-Festival will raus aus der eurozentrischen Schublade

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35 Jahre ist es her, da sind sich die sechs Männer schon einmal begegnet. Zumindest waren sie sich ganz nah – auf einem öden Flecken Erde mitten im Atlantischen Ozean, den die einen Falklands und die anderen Las Malvinas nennen – und mehr oder weniger bereit, sich im Namen von Vaterland und Ehre gegenseitig umzubringen.

Drei Argentinier, zwei Briten und ein nepalesischer Gurkha-Kämpfer, damals im Dienste der britischen Armee, stehen nun während des Münchner Spielart-Festivals zusammen auf einer Bühne im Gasteig, halten statt Sturmgewehren Kameras, Gitarren oder Schlagzeugstöcke in den Händen und berichten davon, was dieser vorläufig letzte bilaterale Krieg zwischen zwei westlichen Nationalstaaten aus ihnen und ihrem Leben gemacht hat.

Höchst unterschiedliche Erzählungen sind es, die sich in Lola Arias’ theatralischem Veteranentreffen mit dem bezeichnenden Titel «Minefield» (uraufgeführt 2016 beim Londoner LIFT-Festival) zwar nicht mehr unversöhnlich, aber doch nach wie vor unvereinbar gegenüberstehen. Rückeroberung oder Überfall, Demütigung oder Befreiung? – Welche 

Seite «recht» hat, lässt sich letztlich nicht entscheiden. Gute und schlechte Argumente gibt es für beide ...

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Theater heute Januar 2018
Rubrik: International, Seite 54
von Silvia Stammen

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