Gundars Abolins als zynischer Exil-Dichter, Samouil Stoyanov (Musikprofessor Sepp Trautwein) und Annette Paulmann (Erzählerin) in Stefan Puchers Feuchtwanger-Adaption «Wartesaal» an den Münchner Kammerspielen; Foto: Arno Declair

Alte Geschichten

Noah Haidle am Residenztheater und Lion Feuchtwanger an den Kammerspielen

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«Für Tante Fay» – die schlichte Widmung hat Noah Haidle seinem jüngsten Werk vorangestellt, mit dem der amerikanische Erfolgsdramatiker gerade wieder einmal in Deutschland Furore macht. Das ist insofern nicht ohne Bedeutung, als man es sonst kaum für möglich halten würde, dass Cookie, die Heldin des Stücks, fahrende Vertreterin von Kosmetikartikeln sowie einer präfeministischen Selbstoptimierungsideologie, in heutiger Zeit noch ein reales Vorbild haben könnte, dem der Autor hier in familiärer Verbundenheit und mit aufrichtigem Respekt ein Denkmal setzt.

In der Tat ist «Für immer schön», uraufgeführt im Oktober von Burkhard C. Kosminski am Nationaltheater Mannheim, wo Haidle derzeit als Hausautor firmiert, und nun nachgespielt am Münchner Residenztheater in der Regie von Katrin Plötner, so etwas wie die ultimative Beerdigung des American Dream – falls es da tatsächlich noch etwas zu beerdigen gegeben hat. 

Dafür spricht, dass Haidles Stücke in Deutschland erfolgreicher sind als in den USA. Während man sich hierzulande aus der Distanz an der treffsicheren Bösartigkeit von Haidles Selbst­diagnose einer erfolgs- und gefallsüchtigen Gesellschaft delektiert, scheint die amerikanische ...

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Theater heute Januar 2018
Rubrik: Aufführungen, Seite 10
von Silvia Stammen

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