Gegen die Polizei im Kopf
Bei Theaterkongressen, auf denen er in Europa die Entstehung seines «Theaters der Unterdrückten» nachzeichnete, erzählte Augusto Boal gern folgende Geschichte: «Im letzten Akt des selbstgeschriebenen Bauerndramas, das wir im Nordosten auf Lastwagenrampen spielten, sangen wir, das Gewehr fest umklammert: ‹Unser Blut für die Freiheit. Unser Blut für unseren Grund und Boden.› Die Zuschauer brüllten begeistert, mit erhobener Faust.
Nach Ende der Vorstellung trat ein Landarbeiter mit Tränen in den Augen auf mich zu – es war meine erste Begegnung mit einem echten Landarbeiter – und sagte: ‹Ihr kommt aus der Großstadt São Paulo, aber ihr denkt genauso wie wir auf dem Land. Ihr sprecht uns aus der Seele. Wir brauchen eine Revolution. Und zwar sofort! Ihr nehmt eure Gewehre und kommt mit! Wir holen uns das Land zurück, das uns der Coronel weggenommen hat!› Er packte mich am Arm. Ich stotterte: ‹Das muss ein Missverständnis sein.› Der Landarbeiter: ‹Nein, wir haben genau verstanden, was ihr gesagt habt. Ihr habt gesagt, wir wollen gemeinsam kämpfen. Also nehmt eure Gewehre und lasst uns kämpfen!› Ich stotterte noch mehr: ‹Da ist noch ein Missverständnis. Unsere Gewehre sind Attrappen!› Der ...
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Man könnte die Geschichte ganz einfach so erzählen: Zwei treffen sich auf einer Party und verlieben sich – oder was jeder so dafür hält –, und ein paar Monate später läuft die Sache aus dem Ruder. Am Ende hat sich Grete fast umgebracht, und Heinrich hat es nicht mal mitbekommen.
Aber warum soll man es sich immer einfach machen? Was Ewald Palmetshofer in «faust hat...
Richard Herzinger wettert in seinem Essay (mit reichlich Schaum vor dem Mund) dagegen, dass die drei blauen Bände des «Kapitals» heute wieder gelesen und diskutiert würden, dass sie wieder «salonfähig» seien – er tut ja geradezu so, als sei es «Mein Kampf», toxisches Material, das man verbieten muss. Argumentativ bezieht er sich allerdings so gut wie gar nicht auf...
«Passionsweg durch die Moderne» hat Brigitte Maria Mayer ihre Auseinandersetzung mit Müllers Text genannt, die sich auf drei Leinwänden in einer Art Filmessay, aber auch in zwei Räumen der Berliner Akademie der Künste abspielt, wo man unter anderem der Malerin Hui Zhang dabei zusehen kann, wie sie Tiepolos Würzburger Fresco «Apollo und die vier Kontinente» kopiert...
