Werbung für Baustellenjobs in Hong Kong; Foto: Eva Behrendt

Freespace Baustelle

Das Berliner Theatertreffen war in Hong Kong ein Anlass, über Theater in der von China dominierten Stadt zu reden

Theater heute - Logo

An Hong Konger Aussichten kann man sich nicht sattsehen. Von den Fenstern des Goethe-Instituts etwa schweift der Blick über das Hafenbecken zwischen Festland und Insel, die rund um die Uhr illuminierte Skyline der gegenüberliegenden Seite Kow­loon und auf eine Großbaustelle direkt vor dem Haus, welches sich zwischen dem riesigen Convention Center zur Rechten und dem Bankenviertel zur Linken geradezu winzig ausmacht. Hong Kong wächst, und es wächst in der Regel vertikal.

Es wimmelt vor summenden, brummenden Baustellen und schwindelerregenden, handverknoteten Bambusgerüsten. Männer und Frauen in Kung-Fu-Posen werben auf Plakaten für Bau­stellenjobs: Sie sind die Helden dieser Stadt.

Eine Baustelle ist auch der Grund für diesen Kurzausflug in die Handelsmetropole, die seit zwanzig Jahren wieder zu «Mainland China» gehört, auch wenn sie sich, wenigstens auf dem Papier, weiterhin selbst verwaltet. Auf einer Halbinsel im Norden der Stadt entsteht seit einigen Jahren der West Kowloon Cultural District, ein Areal mit mehreren Theatern, einem Opernhaus und dem von Herzog & de Meuron entworfenen Kunstmuseum m+, sowie einem für Hong Kong extrem ungewöhnlichen «Freespace», auf dem nicht nur ...

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von Theater heute? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle Theater-heute-Artikel online lesen
  • Zugang zur Theater-heute-App und zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von Theater heute

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Theater heute November 2017
Rubrik: Magazin, Seite 71
von Eva Behrendt

Weitere Beiträge
Schwerin: Jetzt wird’s schön

Eine Idylle. Der See, Schilf, sandiges Ufer. Und Bierbänke, zerfledderte Lampions, ein umgeworfener Ledersessel. Der See ist immer noch einsam, still, idyllisch, aber es ist eine angeknackste Idylle, die Sebastian Hannak realistisch ins Mecklenburgische Staatstheater gebaut hat. Fürstenfelde, Uckermark, «einfach über den Acker», beschreibt Dorfschönheit Anna...

Das alte Haus von Bertolt B.

Nehmen wir es einen Augenblick spaßeshalber ernst: Was könnte es bedeuten, wenn Oliver Reese, der so sehr um Gegenwart bemühte neue Intendant, seine Amtszeit am Berliner Ensemble mit Camus’ «Caligula» eröffnet? Dem Drama eines absoluten Herrschers, der nach dem Tod seiner heiß und inzestuös geliebten Schwester Drusilla auf den reichlich banalen und melancholischen...

Göttingen: Wahnwitz der Medien

Bonbon-Farben beherrschen die Bühne von Jürgen Höth für das erste Nachspiel von «Vereinte Nationen» (abgedruckt in TH 4/17) – ein Talkshow-Ambiente? Die Möbel der bunten Sitzgruppe haben alle runde Ecken. Verletzen also sollte sich hier niemand – während im Kontrast das Stück ja Verletzung ohne Pause zeigt. Anton und Karin missbrauchen die Tochter Martina als...