Finanzen: Kritik der steuerlichen Vernunft
Den 17. Oktober 2006 dürfte der Regisseur Frank-Patrick Steckel in unguter Erinnerung behalten. Der immer streitbare Regiekünstler, berufslebenslang an den dunklen Ecken der Aufklärung interessiert, war in besonders dämmriges Gelände geraten, nämlich die Jagdgründe des Berliner Finanzamts Zehlendorf.
Im Kern ging es um die Frage, ob ein freischaffender Regisseur umsatzsteuerpflichtig ist. Die Einschätzung der jeweiligen Finanzämter unterscheidet sich da sehr.
Manche betrachten die freischaffenden Regiekünstler in ihrem Sprengel als nicht umsatzsteuerpflichtig, andere erheben sie mit dem ermäßigten Steuersatz, wieder andere nutzen ihren Ermessens- spielraum und lassen das Damoklesschwert der vollen 19 Prozent herniedersausen. Dazu muss man wissen, dass die Theater als öffentlich bezuschusste, künstlerisch produzierende Einrichtungen selbst nicht umsatz- steuerpflichtig sind und ein angestellter Hausregisseur auch nicht; warum sollte also der Gastregisseur S. es sein?
Im konkreten Fall ging es um eine Operninszenierung 2004 in Mannheim, für die der Vernunftliebhaber Steckel keinen Umsatzsteueranteil mehr auf sein Honorar abgeben wollte. Die Zehlendorfer Finanzwächter sahen das ...
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Theater heute April 2012
Rubrik: Magazin, Seite 69
von Franz Wille
In unserer Zeit wäre Ibsens John Gabriel Borkman fein raus. Eine Bank ruinieren und ein paar hundert Kleinanleger um ihr Erspartes bringen gilt mittlerweile höchstens als Kavaliersdelikt. 1896, als Henrik Ibsen sein vorletztes Stück verfasste, waren Rettungsschirme für marode Geldinstitute noch nicht erfunden und ein Bankrotteur haftete mit seinem persönlichen...
3./Dienstag
14.15 arte: «Ich – Udo» – Der Schauspieler Udo Kier Dokumentation (2011) von Jeremy Fekete
15.00 arte: Mein Führer Film (2006) von Dani Levy, mit Helge Schneider, Ulrich Mühe, Sylvester Groth, Adriana Altaras, Stefan Kurt, Ulrich Noethen, Ilja Richter, Katja Riemann und Meret Becker (vgl. TH 1/2007)
6./Freitag
19.15 ARD Legenden: Inge Meysel Porträt von...
Gleich in der ersten HAU-Saison fing ich an, dort zu arbeiten. Matthias Lilienthal hatte «MIR – a Love Story» gesehen und traf mich auf einen Kaffee. Er hatte eine Idee, als er hörte, dass ich informell Kinder zumeist arabischer Herkunft in Neukölln unterrichtete, und wollte, dass ich daraus eine Inszenierung mache.
Es wurde die allererste Auftragsarbeit für meine...
